Den einzigartigen Dachstuhl von St. Martin besichtigt
Breiter als der Regensburger Dom

Zimmerermeister Karl Müller (links) wusste über den Dachstuhl der Basilika St. Martin viel zu berichten. Bild: hfz
Im Dachstuhl von St. Martin sind rund 1600 Holzteile verbaut. Würde man sie alle hintereinander legen, so ergäbe das eine Strecke von 15 Kilometern. Das Volumen der Hölzer beträgt etwa 800 Kubikmeter, sie wiegen um die 500 Tonnen.

Nach zwei vorbereitenden Vorträgen, die von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) angeboten wurden, konnten dieser Tage Bürger unter der Führung von Zimmerermeister Karl Müller den seit nahezu 600 Jahre bestehenden Dachstuhl der Basilika besichtigen. Die Teilnehmer aller Altersgruppen, die bis aus Regensburg und Ulm angereist waren, staunten über den "verbauten Wald", den sie sich so nicht vorstellen konnten. Sie erfuhren, dass bei der Sanierung rund 25 Kilometer Dachlatten und 135 000 Ziegel neu aufgebracht wurden, die wiederum etwa 350 Tonnen wiegen.

Keine Eisenteile

Ebenso bewunderten die Besucher die enormen Ausmaße. Verglichen mit dem Regensburger Dom, dessen Dachstuhl über dem Hauptschiff nur 13,5 Meter breit ist, misst der von St. Martin mit 27,5 Metern das Doppelte. Die Balken und Sparren, die aus je einem Baumstamm von Hand behauen sind, wiegen jeweils etwa 1,8 bis 2,3 Tonnen. Besonders fasziniert war die Gruppe von den Holzverbindungen, mit denen die Zimmerleute von einst die Einzelteile zusammenfügten. Dadurch hält der Dachstuhl ohne Verwendung von Eisenteilen bis heute stand.

90 Prozent erhalten

Alle Teilnehmer wagten sich bis zum First hinauf und schwärmten dort über die wirklich einmalige Leistung der damaligen Zimmerleute, deren Werk seit mehr als 500 Jahren alle Stürme und Erschütterungen überdauert hat. Von den ursprünglich verbauten Hölzern sind noch um die 90 Prozent erhalten und seit der letzten Dachsanierung wieder kraftschlüssig verbunden.

Alle, die bei der Führung dabei waren, urteilten danach: Das war ein einmaliges Erlebnis. Aus diesem Grund werden Karl Müller und die KEB im September - vorgesehen ist der 19. 9. beginnend um 9.30 Uhr im Café Zentral - die Veranstaltung mit einem einführenden Vortrag und der Dachstuhlbesteigung erneut anbieten. Vormerkungen sind bereits jetzt unter 47 55 20 möglich.
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