Der Chef im Ring

Der bayerische Meister Andrej Merzljakov (Mitte) mit seinen Trainern Rainer Wenzel (links) und Ruslan Schönfeld (rechts). Bild: hfz
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
20.11.2014
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Der Titelfavorit sehnt den Schlussgong herbei, sein Halbfinalgegner wagt sich erst gar nicht ins Seilgeviert und im letzten Kampf schickt Andrej Merzliakov seinen Kontrahenten auf die Bretter. Der 18-jährige Boxer aus Amberg holt souverän den bayerischen Titel und bekommt eine besondere Auszeichnung.

Obwohl er mit seinen 18 Jahren noch bei der U 19-Meisterschaft hätte starten dürfen, stieg Andrej Merzliakov vom Boxclub Amberg bei den bayrischen Titelkämpfen in Eichstätt bei den Männern in den Ring. Bei seinem außerordentlichen Talent braucht er auch größere Herausforderungen - deshalb wagte Trainer Ruslan Schönfeld diesen Schritt.

Gleich im ersten Kampf traf Merzliakov auf den Favoriten und mehrfachen bayerischen Meister Marten Arsumanjan (Jahrgang 1983) vom BC Stein. Von Beginn an hatte der Amberger diesen Kampf unter Kontrolle und dominierte über die drei Runden.

Sein Gegner, Cousin des Mittelgewichtsweltmeisters Arthur Abraham, staunte nicht schlecht, welch Repertoire an Kombinationen ihm um die Ohren flog, obwohl er mehr als doppelt so viel Kampferfahrung hatte. Merzliakovs Aktivität und Dominanz zwangen seinen Kontrahenten ständig in die Defensive. Konter: Fehlanzeige. Nach einem Wirkungstreffer in der dritten Runde schleppte sich Arsumanjan nur noch über die Zeit. 3:0-Punktsieg für Merzliakov.

Im Halbfinale wäre Mirwais Maudodi vom TSV Haar Gegner des Ambergs gewesen. Doch Übles ahnend betrat der drei Jahre ältere Maudodi nicht den Ring. Selbstsicher ging Merzliakov im Finale gegen Abu Fela vom TSV 1860 München zur Sache. Auch hier brillierte der Amberger in allen Belangen, so dass sein Gegner kein Bein auf den Boden brachte. In der zweiten Runde ging der völlig überforderte Abu Fela sogar zu Boden. Merzliakov zeigte das ganze Boxspektrum von Distanz über Infight, Schlagkraft, Ausdauer, gewann den Bayerischen Meistertitel und bekam auch den Pokal für den besten Boxer des Turniers, bei dem mehrere deutsche Meister und ein Vize-Europameister dabei waren.

Weitaus weniger gerecht wurde Rainer Haider (bis 60 kg) von den Punktrichtern gewertet. Schienen die ersten beiden Runden noch ausgeglichen zu sein, so war der Amberger in jedem Fall der aktivere Mann. Zudem zeigte er die bessere Beinarbeit und Deckung, so dass er selbst, wie von ihm gewohnt, kaum Treffer nehmen musste.

Seinem Kontrahenten Fatih Dübüs (BC Piccolo Fürstenfeldbruck) gelang es in der dritten Runde, mürbe gemacht durch unzählige Treffer, kaum noch, die Fäuste hochzuhalten. Während Haider noch fünf Runden hätte gehen können, musste Dübüs aus dem Ring geführt werden. Unerklärlicherweise als Sieger. Damit brachten Haider die zweimal täglichen Trainingseinheiten im vergangenen Monat nur den dritten Platz ein.
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