Der erste Schritt ist gemacht

Nach einem Freistoß von Sven Seitz war Ambergs Innenverteidiger Julian Ceesay (Mitte links beim Kopfball mit Frank Lincke) zur Stelle und erzielte in der 7. Minute den goldenen Treffer. Bilder: Ziegler

Ein Unentschieden reicht zum Weiterkommen: Der FC Amberg hat sich durch den 1:0-Sieg gegen den SV Heimstetten am Mittwochabend eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft. Dennoch gibt es auch enttäuschte Gesichter.

Ambergs Trainer Timo Rost war nach dem ersten Spiel der Relegation zur Fußball-Regionalliga Bayern zufrieden: "Wir haben kein Gegentor kassiert, defensiv viel und richtig gut gearbeitet. Das war eine echte Kampfleistung." Er verstand aber auch die Enttäuschung seiner Spieler: "Manche haben sich geärgert, weil sie gemerkt haben, dass hier mehr drin gewesen wäre als dieses 1:0." Die Laune von Heimstettens Trainer Vitomir Moskovic war hingegen alles andere als gut: "Wir haben die erste Halbzeit klar dominiert und hätten Chancen gehabt, das Spiel da schon zu gewinnen. Die zweite Hälfte war dann schlecht. Meine Mannschaft hat wohl gedacht, wir kriegen das irgendwie schon hin."

Julian Ceesay per Kopf

Dass es die Gäste nicht irgendwie hinkriegten, lag vor allem daran, dass der FC Amberg den Kampf annahm, in den zweiten 45 Minuten das Geschehen beherrschte und den Regionalliga-15. nicht zu seinem gewohnten Spiel kommen ließ. Im ersten Abschnitt hatte Heimstetten optisch zwar mehr vom Spiel, wirklich gefährlich wurden die Oberbayern aber nur selten. Die erste richtig dicke Möglichkeit gab es bereits nach gut 20 Sekunden - für den FC Amberg: Tobias Wiesner scheiterte aber zunächst an Torhüter Igor Pintar und verfehlte beim Nachsetzen das Gehäuse nur knapp. Die Antwort der Gäste folgte prompt, doch FC-Schlussmann Matthias Götz klärte einen Schuss vom Strafraumeck mit einem guten Reflex (5.). Das Tor des Tages fiel dann in der 7. Minute: Sven Seitz drehte einen Freistoß aus halbrechter Position in die Mitte und der Ball war plötzlich im Tor. Offizieller Torschütze war FC-Verteidiger Julian Ceesay, auch wenn es verdächtig nach einem Eigentor aussah. Heim-stetten schüttelte sich kurz und hatte in der 24. Minute die größte Chance zum Ausgleich, der Kopfball von Clemens Kubina segelte aber am Amberger Kasten vorbei.

Mehr Höhepunkte gab es nicht im ersten Abschnitt, in dem Heimstetten gerade zu Beginn des Spiels dem FC deutlich zeigte, dass sich Bayernliga-Zweikämpfe von denen in der Regionalliga schon deutlich unterscheiden können.

Darauf hatte sich die Rost-Elf aber zur zweiten Hälfte genau so eingestellt wie auf die vielen Angriffe der Gäste über die linke Seite. Klafften da vor der Pause noch ab und an ungewohnte Löcher, stand der FC defensiv jetzt kompakter, die Offensivspieler arbeiten nach hinten mit - das machte es den Gästen schwer, wieder ins Spiel zu finden.

Knapp am Tor vorbei

Vorne vergab der FC jedoch eine frühzeitige Entscheidung. Ein Kopfball von Benjamin Werner (52.) und eine Volleyabnahme von Sven Seitz aus gut 25 Metern (62.) gingen knapp am Tor vorbei, der eingewechselte Christian Knorr brachte nach einem Konter nicht genug Wucht hinter den Ball (72.). Von den Gästen war zu diesem Zeitpunkt offensiv kaum mehr etwas zu sehen. Denn immer wenn der SVH ansatzweise in die Nähe des FC-Tors kam, hatte ein Amberger noch seinen Fuß dazwischen. Amberg hingegen hätte in den Schlussminuten noch mindestens einen Treffer nachlegen können, wären die Angriffe konsequent zu Ende gespielt worden. So endete die Partie aber eben "nur" 1:0.

Ein Ergebnis, das man vor dem Spiel so unterschrieben hätte - nach dem Schlusspfiff überwog aber die Erkenntnis, dass vielleicht doch mehr drin gewesen wäre. Fakt ist aber auch: Der FC Amberg sicherte sich mit diesem 1:0 eine zwar nicht hervorragende, aber doch immerhin gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonntag, 7. Juni (16 Uhr).

Das passierte übrigens vor der etwas enttäuschenden Kulisse von nur 1300 Zuschauern. Die Fans wurden von Rost aber gelobt: "Das macht Spaß bei so einer Stimmung, da sind die Zuschauer extrem wichtig." Ein Vorteil, auf den man sich am Sonntag beim Rückspiel nur bedingt stützen werden kann. Aber auch ohne die Unterstützung von den Rängen hat der FC Amberg alle Trümpfe in der eigenen Hand.
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