Der Frust eines Helfers
Angemerkt

Im April bedauerte Kreishandwerksmeister Hans Weber bei einem Treffen mit Landrat Richard Reisinger die gesetzlichen Hürden bei jungen Flüchtlingen und Asylbewerbern. Unter ihnen gäbe es geeigneten Handwerker-Nachwuchs, sagte er - und fügte hinzu: Es sollten doch Mittel und Wege gefunden werden, hier eine Ausbildung beginnen und auch zu Ende führen zu dürfen beziehungsweise einen Verbleib im Gastland zu erlauben. Das hörte sich vielversprechend an.

Umso verwunderlicher ist es nun, dass kein Handwerksbetrieb den 31-jährigen Syrer Ayman Tamaa wollte, für den sich Tafel-Vorsitzender Bernhard Saurenbach so krumm machte. Da hätte man als Vorbild glänzen und gute Presse bekommen können. Saurenbach hat dies ziemlich fassungslos gemacht, sein Ärger und Frust ist groß.

Seine Erkenntnis aus der Jobsuche: "Alle sind überfordert, und ich sehe kein Konzept. Wir als Gesellschaft und auch die Behörden sind da nicht vorbereitet." Man ist geneigt, Saurenbach sofort beizupflichten. Er weiß, wovon er spricht. Jede Woche melden sich neue Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak bei der Tafel, die Probleme kriegt, genügend Lebensmittel aufzutreiben. Inzwischen sind es 60. Auch Bernhard Saurenbach ist sich sicher: Nur über eine Berufsausbildung können diese Menschen integriert werden.

Zur Tafel kommen seit Jahren Jesiden aus dem Irak, die Hartz-IV-Leistungen beziehen und ansonsten nur stundenweise Arbeit haben: als Küchenhelfer, Getränkeverkäufer, in Pizzerien. Sie sind seit sechs, sieben oder acht Jahren in Deutschland. Sie werden wohl bis zum Ruhestand Aufstocker bleiben, wenn sich nichts ändert, danach in die Grundsicherung rutschen. "Und weiter zur Tafel kommen", sagt Saurenbach. Wollen wir das wirklich?

juergen.kandziora@zeitung.org

Polizeibericht Seniorin stirbt nach Sturz aus Rollstuhl

Amberg. (roa) Bereits am Sonntag, 28. Juni, stürzte eine 91-Jährige aus ihrem Rollstuhl und verletzte sich schwer. Sie verstarb am Freitag im Altenheim. Der 62-jährige Sohn hatte die Mutter gegen 16 Uhr auf dem Fußweg vom Nabburger Tor kommend in Richtung Stadtbrille geschoben. Nachdem sie kurz stehengeblieben waren, machte sich der Rollstuhl selbstständig und rutschte über eine abschüssige Grünfläche. Dort stürzte die Frau und verletzte sich schwer. Die Kripo sucht Zeugen (890-0).
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