Der Hort muss saniert werden

Die SPD-Fraktion sah sich im Kinderhort, dessen Träger die Kirchenstiftung St. Georg ist, um und erkannte sogleich, wie notwendig eine Sanierung der Einrichtung ist. Bilder: hfz
 
Auch die CSU-Stadtratsfraktion will sich für die Sanierung und Renovierung des zwischenzeitlich in die Jahre gekommenen Kinderhortes am Kochkeller einsetzen.

Erst kam die SPD, einen Tag später die CSU: Im Kinderhort St. Georg gaben sich die Politiker die Klinke in die Hand. Nicht ohne Grund: Denn die Einrichtung ist in die Jahre gekommen und müsste saniert werden.

Der Kinderhort steht unter kirchlicher Trägerschaft, Eigentümer und Vermieter des Hauses ist die Stadt. Die SPD-Stadtratsfraktion konnte sich laut ihrer Presse-Info vom "wirklich desolaten Zustandes des denkmalgeschützten Gebäudes überzeugen". Die räumliche Einteilung sei schwierig. Verpflegt werden müssten 50 Kinder, jedoch seien nur Essensplätze für zwölf vorhanden - "Schichtessen" sei erforderlich.

Die Mängel dokumentiert

Der SPD fiel nach eigenen Angaben auch die schlechte Lichtverhältnisse im Haus auf. Auch tagsüber müsse ständig eine künstliche Lichtquelle benutzt werden. Fehlende Dämmung, uralte, schlecht schließende Fenster im Obergeschoss und ein antiquierter Treppenbereich "runden" das Bild des Hortes ab. Auch das Thema Brandschutz spielt eine große Rolle. Die Sanitärbereiche hätten den Standard der frühen 1980er Jahre. Erfolgt seien seitdem nur die notwendigsten Reparaturmaßnahmen.

Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth überreichte Pfarrer Brunner einen Antrag vom Oktober 2001, indem die SPD massive bauliche Mängel dokumentiert habe. Damals wurde laut Bürgermeisterin Brigitte Netta eine "unverzügliche Begehung durch die Verwaltung mit dem Ziel, hier dringend Abhilfe zu schaffen" gefordert. Die Erkenntnisse dieses Ortstermins sollten in die damals bevorstehenden Haushaltsberatungen einfließen. Mittlerweile seien 14 Jahre ins Land gezogen. Die Stadt habe nur das Nötigste getan, um den pädagogischen Betrieb aufrecht erhalten zu können. "Die Leidtragenden sind die schwächsten unserer städtischen Gesellschaft, die Kinder", sagte Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth.

Derzeit 52 Schulkinder

Die CSU erfuhr bei ihrem Besuch im Hort, dass dort derzeit 52 Schulkindern von sechs bis zwölf Jahren betreut werden. Fraktionschef Dieter Mußemann bezeichnete die Einrichtung als Pioniereinrichtung in der Ganztagesbetreuung von Schulkindern. Sein Dank galt den Leiterinnen Michaela Guzik und Birgit Bittenbinder für die wertvolle und engagierte Arbeit, "die sie in einer sehr familiären Atmosphäre und einem Haus mit viel Charme für die Stadt Amberg leisten".

Stephan Hofmann vom städtischen Hochbauamt sagte, das Gebäude müsste dringend saniert und modernisiert (Ballschutzzaun, Neugestaltung des Zugangs im Außenbereich, Kompletterneuerung der Toiletten auf beiden Etagen, zweiter Fluchtweg für den Brandschutz, Schaffung eines getrennten Sozialraums, Erneuerung von Fenstern und Heizung sowie Herrichten der Außenfassade). Die Kosten beliefen sich auf rund 430.000 Euro. Stadträtin Gabi Donhauser bezeichnete die Maßnahmen als sinnvoll und dringend notwendig.

"Mit hoher Priorität"

"Es muss schnellstmöglich ein Förderantrag für die Modernisierung des Kinderhortes auf den Weg gebracht werden", meinte Dieter Mußemann. Seine Fraktion werde "die Maßnahme mit hoher Priorität in die bevorstehenden Haushaltberatungen einbeziehen". Bekäme man eine Finanzierung über die beiden Haushalte 2016/17 hin, könnte die Sanierung vielleicht schon im Herbst nächsten Jahres starten. Oberbürgermeister Michael Cerny zeigte sich froh, dass die Kirchenstiftung St. Georg die Betriebsträgerschaft für den Kinderhort auch zukünftig fortführt. Dies sei kein Selbstverständnis, betonte er.
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