Der Preis des Krieges

Die Delegation des Beruflichen Schulzentrums Amberg bei der Preisverleihung im Landtag (von links): die betreuenden Lehrer Niels John und Daniel Hagn, die teilnehmenden Schüler Julia Hausmann, Helena Dechand, Katharina Kraus, Steffi Balk, Stefan Hölzl und Christian Hofmann zusammen mit dem Schnaittenbacher SPD-Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl, der selbst einmal in den Argonnen dabei war, und Kultusminister Ludwig Spaenle, der die Auszeichnung überreichte. Bild: Steffen Leiprecht

Den "Sonderpreis für gelebte Völkerverständigung" und damit 300 Euro hat das Argonnen-Projekt des Beruflichen Schulzentrums beim Landeswettbewerb "Erinnerungszeichen 2014/2015" gewonnen. Die Auszeichnung bedeutet den Schülern aber mehr, als diese Summe aussagt.

Bei der Preisverleihung am Dienstag im Senatssaal des Landtags gefiel es den Amberger Vertretern besonders, dass sich Kultusminister Ludwig Spaenle und Landtagspräsidentin Barbara Stamm als Schirmherrn des Wettbewerbs viel Zeit für sie nahmen.

Beim Argonnen-Projekt reisen jedes Jahr Berufsschüler aus Amberg nach Nordost-Frankreich, um dort zusammen mit Mitgliedern einheimischer Geschichtsvereine Ruhelager aus dem Ersten Weltkrieg zu restaurieren. "Es nimmt einen manchmal schon mit, was man dort zu sehen bekommt. Da ist es schön, wenn die Arbeit auch anerkannt wird", formuliert Teilnehmerin Helena Dechand, warum sie sich über den Preis freut. Barbara Stamm sah die Leistungen der Preisträger auch als wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung: "Sie haben herausgefunden, welch fatale Wirkungen ein Krieg auf jeden Einzelnen hat, mit wie viel Leid, Hunger und Elend er verbunden ist, wie lange er nachwirkt, auch in den Köpfen und Herzen der folgenden Generationen. Hier wird deutlich, dass es im Krieg nur Verlierer gibt."

Der Wettbewerb stand heuer unter dem Motto "Bayern und der 1. Weltkrieg". Mehr als 1300 Schüler nahmen daran teil. 32 Einzelpersonen und Projekte wurden ausgezeichnet. Nach Einschätzung von Initiator Daniel Hagn bekamen die Amberger einen Sonderpreis, weil die Jury hervorheben wollte, wie vielfältig und umfassend ihr Projekt ist. Während die anderen Preisträger eher die Spuren des Krieges in ihrer Heimat oder in der Familiengeschichte untersucht haben, gefiel beim Amberger Ansatz, "dass Jugendliche im EU-Kontext länderübergreifend zusammenarbeiten", wie Hagn sagt. Er versteht die Auszeichnung als Bestätigung für die Arbeit des Projektteams und hofft, dass sie es leichter macht, Gelder aufzutreiben, "denn das ist jedes Jahr wieder ein Ringen und wird immer schwieriger".
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