Der Star ist der Trainer

Nach dem Rückschlag im Titelrennen hat der FC Bayern München II am 15. Spieltag der Regionalliga eine vermeintlich leicht lösbare Aufgabe. Genauso wie Spitzenreiter SSV Jahn Regensburg. Neuling FC Amberg muss hingegen zu einem ehemaligen Zweitligisten, der turbulente Jahre hinter sich hat.

Am drittletzten Hinrunden-Spieltag der Fußball-Regionalliga Bayern wird Spitzenreiter SSV Jahn Regensburg beim FC Memmingen (14.) wohl nicht allzu groß gefordert sein. Und auch der FC Bayern München II sollte beim Tabellenletzten in Schweinfurt keine böse Überraschung erleben, auch wenn die 2:3-Niederlage vom Nachholspiel gegen Greuther Fürth II wohl noch am Selbstvertrauen nagen wird.

Ein reines Kellerduell steigt in der Partie zwischen Schalding-Heining (16.) und Augsburg (17.) - wer hier verliert, steckt weiter in den Tiefen der Liga fest. Im Duell der SpVgg Unterhaching (5.) und den kleinen Löwen (9.) geht es neben Punkten natürlich auch ums Prestige. Das Topspiel des 15. Spieltages - zumindest tabellarisch betrachtet - steigt am Freitag, 16. Oktober, in Burghausen, wenn der Drittplatzierte Wacker den FC Amberg (6.) empfängt.

Fünf Jahre 2. Bundesliga

Die Oberbayern schafften innerhalb eines Jahrzehnts den Aufstieg von der 5. in die 2. Liga. 2002 begann das Abenteuer 2. Bundesliga in der 17 000-Einwohner-Stadt. Nach fünf Jahren war dieses Kapitel aber wieder beendet und es ging in die Regionalliga Süd. Es folgten vier Jahre in der 3. Liga, in der bekannte Ex-Profis wie Ingo Anderbrügge, Mario Basler oder Rudi Bommer auf dem Trainerstuhl saßen. In der Saison 2013/2014 übernahm erstmals der heutige Trainer Uwe Wolf, doch auch er konnte den Abstieg in die Regionalliga nicht verhindern. Mario Demmelbauer wurde neuer Coach und sollte den Traditionsverein zurück nach oben führen, trat jedoch noch vor der Winterpause als Trainer zurück. Wieder übernahm Wolf - und landete am Ende der vergangenen Saison auf Platz elf.

In der laufenden Spielzeit - der ersten, die Wolf von Beginn an bei Wacker als Trainer begann - scheinen die Ergebnisse endlich zu stimmen. Das mag auch am Erfahrungsschatz des 48-Jährigen liegen. Von 1989 bis 1995 war der ehemalige Verteidiger in der Bundesliga für den 1. FC Nürnberg und die Münchner Löwen aktiv, machte 90 Spiele (5 Tore).

Mexiko und Portugal

Es folgten drei Jahre Profifußball in Mexiko, aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname "El Lobo" (der Wolf). Nach seiner Rückkehr nach Europa klang die Karriere langsam mit einjährigen Auftritten bei Austria Salzburg, Dynamo Dresden und SC Freamunde (Portugal) aus. Aus dem Spieler wurde der Trainer Wolf: Zunächst bei der A-Jugend der TSG Hoffenheim, dann bei der U23 der Münchner Löwen.

Die Nummer drei

Nach der Entlassung von Profitrainer Marco Kurz übernahm Wolf dann sogar interimsmäßig für elf Spiele die Zweitligamannschaft von 1860. Nach Stationen in Ingolstadt und bei Hessen Kassel begann dann auch für ihn das Abenteuer Burghausen. Der Auftakt in die neue Saison war vielversprechend und so scheint bei Wacker endlich einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Die Oberbayern haben wohl auch die Qualität dazu, sich als Nummer drei der Regionalliga hinter dem Jahn und Bayern zu etablieren. Und trotzdem wird man beim FC Amberg versuchen, das Wolfsrudel zum Heulen zu bringen.
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