Der Wind ist etwas frischer
Angemerkt

Diese Diskussion führen wir nun wirklich schon seit Jahrzehnten. Und das nicht nur gefühlt, sondern real. Gegliedert in zwei Themenblöcke: Das Altstadtfest soll drei Tage dauern und es muss deutlich künstlerischer werden. Die Argumente für und wider können alle Beteiligten auswendig und auch im Schlaf aufsagen. Von daher brachte die Diskussion am Montagabend im Stadtrat nun wirklich keine Neuigkeiten aufs Tapet.

Und doch: Der aufmerksame Beobachter spürte eine gewisse Frische in der Diskussion, eine Art Aufbruchsstimmung. Nach Jahren einer beinahe statischen Wiederkehr der immergleichen Wortbeiträge, der Endlosschleife der altbekannten Satzhülsen, herrschen nun andere Grundvoraussetzungen. Der Oberbürgermeister ist neu, viele der Stadträte sitzen seit März erstmals in diesem Gremium, sind kulturell interessiert, in ihren Familien geerdet und doch sehr aufgeschlossen.

Möglicherweise lässt sich so wirklich etwas bewegen. Vielleicht schaffen es die freien kreativen Kräfte dieser Stadt tatsächlich, mehr Einfluss auf und Mittel für die Gestaltung des Festes zu bekommen. Eventuell können die Einzelhändler und Marktbeschicker davon überzeugt werden, ihren Widerstand gegen den dritten Tag ad acta zu legen. Dann wäre unser Altstadtfest sogar noch ein bisschen schöner, als es jetzt schon ist.

___

Kontakt mit dem Autor:

andreas.ascherl@zeitung.org

Im Blickpunkt Warum nicht mal nachts baden?

Amberg. (ass) Thomas Bärthlein, Stadtrat der CSU, würde sich an heißen Sommerabenden gerne einmal auch nach 20 Uhr in die kühlen Fluten des Hockermühlbades stürzen. Die Idee hat er aus Nürnberg mitgebracht, wo in diesem Jahr erstmals die städtischen Freibäder an besonders heißen Abenden länger offen bleiben. Bärthlein denkt da an eine Zeit bis etwa 22 Uhr.

Im Stadtrat am Montag stieß der Vorschlag des begeisterten Hobbysportlers durchwegs auf offene Ohren. Allerdings konnte Bärthlein den Positiv-Bescheid nicht gleich mitnehmen. Schließlich muss erst einmal abgeklärt werden, ob so etwas vom Personal her überhaupt machbar ist. Möglicherweise, so der Kompromissvorschlag aus dem Gremium, würde ja eine Zeit bis 21 Uhr auch schon ausreichen.

Nun muss also Thomas Bärthlein erst einmal abwarten, was die interne Prüfung bei den Stadtwerken ergibt. Denn deren Geschäftsführer, Dr. Stephan Prechtl, fehlte am Montag bei der Sitzung entschuldigt. Was Bärthlein den scherzhaften Verdacht einbrachte, er habe bewusst auf die Abwesenheit des Geschäftsführers gesetzt, um sein Anliegen schnell durchdrücken zu können. Dem war aber nicht so, Thomas Bärthlein war einfach nur sehr heiß gewesen in den vergangenen Tagen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2014 (9804)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.