Die Anwohner mitnehmen

Der neue Vorstand (von links): Horst Kraus, Helmut Fritz, Heinz Meinl, Gabriele Fritz, Erhard Lehner, Manfred Lehner, Christian Kätzlmeier, Alfons Wanninger und Martin Schafbauer. Bild: hae

Von Überschwemmungen haben sie erst einmal genug. Damit die nächsten großen Unwetter glimpflicher abgehen, wollen sich die Ammersrichter wappnen.

Allerdings würden die Bürger gerne frühzeitig in die Planungen zum Hochwasserschutz einbezogen werden. Wie die Stadtverwaltung derzeit vorgeht, behagt der Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht (AWA) nicht. Bei der Mitgliederversammlung in der DJK-Gaststätte gab es einen deutlichen Appell an Oberbürgermeister Michael Cerny, die Anwohner bei den nächsten Planungsschritten mitzunehmen.

Die Vorstandsmitglieder Heinz Meinl und Horst Kraus gaben den aktuellen Informationsstand wieder. Über die laufenden Maßnahmen des Tiefbauamtes werde die Öffentlichkeit leider erst nach dem Einreichen der Pläne im Stadtrat voraussichtlich im Frühjahr informiert. Die Gefährdung des Wagrains durch Hochwasser ergebe sich durch die geologischen Verhältnisse am Mariahilfberg. Der Lehmboden erschwere ein Versickern im oberen Bereich, Regenwasser gelange rasch nach unten in die gefährdeten Teile des Stadtviertels.

Horst Kraus beklagte, dass die Beteiligung der Betroffenen bei den Planungen zu spät erfolge. Seiner Meinung nach sollten nach einer Grundlagenermittlung eine Bürgerbeteiligung, ein erster Vorentwurf, eine nochmalige Bürgerbeteiligung mit Nachbesserung und am Ende dann die Entscheidung in den Gremien der Stadt stattfinden. Martin Schafbauer sah als Knackpunkt die Förderfähigkeit der geplanten Maßnahmen durch den Freistaat und den Grunderwerb, der dazu notwendig sei.

In die Diskussion wurde auch die zweite Ursache für die Hochwassergefährdung, nämlich das Einleiten von Oberflächenwasser aus der Siedlung ins Kanalnetz und daraus resultierend dessen Überlastung, eingebracht. Die früher vorhandene Versickerung im Grundstück sei durch fortschreitende Versiegelung des Bodens stark zurückgegangen. Ein Ausbau des Kanalnetzes sei aber heikel, so der allgemeine Tenor, weil viele Anlieger fürchten, an den Kosten beteiligt zu werden.

Die AWA will sich gemeinsam mit weiteren Vereinen an OB Michael Cerny wenden und auf eine frühzeitige Bürgerbeteiligung drängen. Wenn die Bürger bei den Planungen der Bürger mitgenommen und deren Ängste aufgegriffen würden, könnten spätere Klagen vermieden werden, lautete das Fazit.
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