Die Definition
Trauma-Lexikon

Das Wort Trauma kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Wunde. Die Medizin bezeichnet mit diesem Begriff eine Verletzung. Laut Privatdozent Dr. Torsten Birkholz wird zwischen Einfachverletzung (wenn sich jemand bei einem Unfall einen Finger bricht) und Mehrfachverletzung (zum Beispiel Kopfplatzwunde, Gehirnerschütterung und gebrochener Arm) unterschieden.

Der Begriff Polytrauma definiert Verletzungen, die lebensbedrohlich sind - entweder eine einzige oder alle in der Summe.

Die Ursachen

Grundsätzlich spricht man von einem Trauma, wenn jemand verletzt wird. Wie Torsten Birkholz erläutert, können die Ursachen dafür sehr vielfältig sein. Ein mechanisches Trauma kann durch einen Sturz, aber auch durch einen Verkehrs- oder Waldunfall passieren. Ein chemisches Trauma liegt nach Angaben des Anästhesisten und leitenden Notarzt beispielsweise vor, wenn in einem Industriebetrieb Säure oder Lauge austreten und jemand diese Dämpfe einatmet.

Die Behandlung

Wie Traumapatienten zu behandeln sind, empfiehlt laut Torsten Birkholz unter anderem die S 3-Leitlinie, die federführend die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie unter Mitwirkung weiterer medizinischer Fachgesellschaften herausgegeben hat. Darin ist aufgeführt, wie Traumapatienten versorgt werden sollen, sowohl präklinisch, also noch am Unfallort, und später dann im Krankenhaus. Rahmen-Empfehlungen gibt auch das Weißbuch Schwerstverletzten-Versorgung.

Zertifizierte Zentren

Bei der Versorgung von Schwerstverletzten werden zertifizierte Traumazentren der unterschiedlichen Stufen unterschieden. Zu den überregionalen zählen in unserer Region die Unikliniken Erlangen und Regensburg, die Kliniken Barmherzige Brüder (Regensburg) sowie Bayreuth und Nürnberg Süd. Regionale Traumazentren sind die Kliniken Amberg und Weiden. In der Stufe drei sind dies die lokalen Traumazentren, also zertifizierte Krankenhäuser der Grundversorgung.

Traumanetzwerk

Die bestmögliche Versorgung Schwerstverletzter zu gewährleisten, ist Ziel des Traumanetzwerkes der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Torsten Birkholz erklärt, dass übrigens die Trauma-Versorgung die älteste Netzwerk-Bildung in der deutschen Medizin ist. In der Region gibt es das im Juni 2007 gegründete Traumanetzwerk Ostbayern, dem auch das Klinikum St. Marien in Amberg angehört. "Die Vernetzung hat einen hohen Stellenwert", betont der Mediziner aus Sulzbach-Rosenberg.

Traumaregister

Das Traumaregister der DGU als Instrument des Qualitätsmanagements ist das älteste medizinische Register in Deutschland, führt der 43-Jährige aus. Dort wird die Versorgung Schwerstverletzter dokumentiert, "was den Kliniken die Möglichkeit gibt, das eigene Haus mit anderen zu vergleichen". (san)
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