Die Dr.-Johanna-Decker-Schulen luden an zwei Tagen zu einem Sommerkonzert ein.
"Wunder geschehen" sogar zwei Mal

Aus allen Ecken des Gerhardinger-Saals strömte der Kinderchor winkend herbei und hieß das Publikum singend willkommen. Bilder: Huber
Heuer war es kein Frühjahrskonzert, sondern die Dr.-Johanna-Decker-Schulen luden zu einem Sommerkonzert an zwei Tagen ein. Und weil das etwas Neues war, hatte sich die Leitung auch etwas Neues einfallen lassen.

Während in den bisherigen Konzerten Oberstudiendirektorin Renate Gammel die Zuhörer begrüßte und zum Schluss den Schülerinnen und Lehrern für ihr Engagement dankte, verzichtete sie diesmal darauf. So oblag es dem Kinderchor des Gymnasiums, geleitet von Regina Fibich-Wiesneth, den Abend zu eröffnen. Mit "Welcome Ev'rybody" kamen die Mädchen singend aus allen Ecken des Gerhardinger-Saals auf die Bühne und winkten ins Publikum. Fast 40 von ihnen intonierten außerdem auswendig und sicher "Over the Rainbow", den Zulu-Song "Siyahamba" und "Never Soul", bei dem sie durch ein Bläserensemble mit Flöte, Horn und Tuba unterstützt wurden.

Einen ersten "Aha-Effekt" bot die Blockflötengruppe. Da standen zwölf Mädchen mit bunten Flöten auf der Bühne, die mit Franz Hanauska am Klavier Musik aus der Oberpfalz machten. Sauber und intonationsrein mehrstimmig geblasen, mit Gespür für den bodenständigen Rhythmus spielten sie einen Walzer und die "Vilstal-Polka".

Itsy bitsy und Rumpel-Rap

Die Klasse R5a und der kleine Realschulchor brachten anschließend rund 20 Mädchen singend auf die Bühne. Prima, dass bei "Fly, Lindy, fly" die Strophen deutsch und gut textverständlich waren. So kam der englische Refrain zur Geltung. Und der Hit vom "Itsy bitsy teeny weeny" war einfach klasse, so frisch und engagiert wurde er präsentiert.

Wie kreativ Musikunterricht sein kann, bewies die Klasse G5a mit dem "Rumpel-Rap". Da wurde das Märchen vom Rumpelstilzchen in moderner Form dargestellt. Die Mädchen agierten mit Eifer, die Choreographie war effektvoll, und die kostümierten Hauptfiguren des Rumpelstilzchens, der jungen Königin und des Königs waren einfach toll getroffen. Auch instrumental wurde einiges geboten. Am Klavier hörte man von Hannah Ludwig die "Ballade pour Adeline" und vierhändig mit ihrer Lehrerin spielte Katharina Irler die "Tritsch-tratsch-Polka". Singend stellten sich Julia Eikam und Hannah Reichardt mit "I don't know how to love him" von Webber vor und erhielten großen Beifall.

Der Schluss des ersten Teils war dem (Musical)-Gesang gewidmet. "California King Bed" wurde von Leonie Weigl mit starker stimmlicher Präsenz präsentiert. Bei "Mercy" waren sie und Lisa-Maria Rösch ein gut harmonierendes Duo und bei "When You Believe" hatten sie sich gewissermaßen "freigesungen". Da kamen die Emotionen eindrucksvoll zum Klingen, da passten die Stimmen optimal zueinander. Das gute Klavier (Carmen Huber) und das zuverlässige Cajon (Alicia Mirz) hatten erheblichen Anteil an dieser mit enthusiastischem Beifalls belohnten Nummer.

Nach der Pause zeigten acht Mädchen vom Wahlfach Tanz einen effektvollen Streetdance. In einer einfallsreichen Choreographie machten akrobatische Beweglichkeit, gepaart mit eleganter, ausdrucksstarker Körpersprache einen starken Eindruck. Selten hört man die Kombination Flügelhorn und Tuba. Hier spielten Laura Lankes (Horn) und Julia Lankes (Tuba) "A Song for You" richtig schön. Das Horn erklang mit weichem Ton, die Melodie-Themen wurden sauber und sicher geblasen, und die Tuba gab den souveränen klanglichen Grund dagegen.

Der Kammerchor präsentierte sich mit "Big Girls don't Cry" in großer Form und steigerte sich mit männlicher Lehrer-Unterstützung beim Nena-Song "Wunder geschehn" zu einer einfach faszinierenden Darbietung, einem echten Höhepunkt des Konzerts. Einen instrumentalen Glanzpunkt bereitete Anna Maria Sperber (Klarinette) mit ihrem brillant gespielten Alabama Dream und dem bekannten "Funiculi-funicula". Sie und Nathalie Geier (Alt-Saxofon), Carmen Huber (Tenor-Saxofon) und Laura Singer (Bariton-Saxofon) entwickelten bei "Hit the Road Jack" einen swingenden Sound mit entsprechendem rhythmischen Touch und präsentierten das Menuett aus der "Kleinen Nachtmusik" so schwungvoll und beweglich, dass Mozart wohl seine Freude gehabt hätte.

Nach Abi an sich kaum Zeit

Der große Schulchor mit 50 Mädchen setzte den begeisternden Schlusspunkt mit "These boots are made for walking", frisch und beweglich gesungen, und dem ruhigen, von Bläsern unterstützten "You raise me up", bei dem die stimmlichen Qualitäten der Sängerinnen eindrucksvoll zur Geltung kamen. Nach dem Abitur-Stress hatten die Mitwirkenden gerade mal sechs Wochen Zeit für die Vorbereitung dieses in den Ensemble-Darbietungen überaus gelungenen Sommerkonzerts. Kompliment an alle für dieses tolle Engagement und diese Leistungen.
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