Die Flotte flott gemacht

Empfangskomitee für eine 3,4-Millionen-Investition: Am Dienstag stellte die RBO mit einer Fahrzeugsegnung durch die beiden Pfarrer Joachim von Kölichen (evangelisch) und Franz Meiler (katholisch, von links) 17 neue Regionalbusse in Dienst. Elf werden im Raum Amberg unterwegs sein. Bild: Hartl

Das markante Rot und die Buchstabenkombination R - BO ... im Kennzeichen sprechen für sich. Wenn in der Mitte der folgenden dreistelligen Zahl noch eine 5 steht, dann ist das eines der modernsten Fahrzeuge der Regionalbus Ostbayern.

(zm) Mit 17 neuen Niederflurbussen verjüngt das DB-Unternehmen heuer seinen Fuhrpark. Sechs werden im Raum Passau unterwegs sein, elf bleiben in der Amberger Region. Gestern wurden sie feierlich in Dienst gestellt, indem sie im RBO-Depot neben dem Busbahnhof den kirchlichen Segen erhalten haben.

Rund 3,4 Millionen Euro hat das Unternehmen in diese Verjüngungskur ihres Fahrzeugbestandes investiert und zwei wesentliche Modernisierungseffekte erzielt: Die Dieselmotoren erfüllen die strengste EU-Abgasnorm VI und der Zu- sowie Ausstieg sind barrierefrei möglich. Jörg Konrad, Geschäftsführer der Ostbayernbus als Nachfolgeunternehmen der früheren Bahn- sowie Postbusse, beschrieb Mobilität als "ein Grundbedürfnis der Menschen". Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) werde allerdings überwiegend als ein für Ballungszentren unverzichtbares Dienstleistungsangebot angesehen.

Schwerer Stand

Doch das gelte ebenso für den ländlichen Raum, selbst wenn die demografische Entwicklung diesen Regionen besonders zusetze. "Wir kämpfen da, wir rudern da", bekannte Konrad, als ÖPNVler nicht immer einen einfachen Stand zu haben. Deshalb sei die Indienststellung der insgesamt 17 neuen Fahrzeuge auch als ein nachhaltiges Bekenntnis zum busgebundenen Nahverkehr zu verstehen. Die RBO kann jährlich im Schnitt 17 bis 20 neue Busse anschaffen, spätestens nach zehn Jahren werden sie in der Regel ausgemustert, Die durchschnittliche Kilometerleistung im Jahr liegt bei rund 60 000 Kilometern.

"Wir tun da Dinge, die andernorts nicht unbedingt als richtig angesehen werden", legte der Landtagsabgeordnete Harald Schwartz (CSU) ein klares Bekenntnis ab, "den ländlichen Raum attraktiv halten zu wollen". Das unterstrich gleichermaßen sein Maximilianeums-Kollege von der SPD, Reinhold Strobl. So sei die zeitweilige Streichung von Zuschüssen für derartige Investitionen wieder zurückgenommen worden, erinnerte er. Mit der Wiedereinsetzung entsprechender Mittel sei offenbar die Einsicht gereift, dass der ÖPNV auf dem Land unverzichtbar sei.

Mehr als zehn Prozent

Horst Schmid vom Sachgebiet Gewerbe und Verkehr bei der Regierung der Oberpfalz betonte, rund 35 Millionen Euro pro Jahr für das gesamte Verkehrswesen im Regierungsbezirk zur Verfügung zu haben. 4,3 Millionen, also mehr als zehn Prozent, davon entfielen auf den Bus-Sektor. Ebenso wie Konrad verwies auch Schmid darauf, dass die gesamte Förderung dieser jüngsten Investition in den RBO-Fuhrpark so umgerechnet werden könne, dass sieben der 17 Busse aus öffentlichen Kassen bezahlt worden seien.

Wichtige Schnittstelle

Bürgermeisterin Brigitte Netta unterstrich, "dass der öffentliche Nahverkehr uns ein besonderes Anliegen ist". Schließlich stelle er eine der entscheidenden Schnittstellen zwischen der Stadt und der sie umgebenden Region dar. Umso erfreulicher sei, den zur Verfügung stehenden Fahrzeugpark nun umwelttechnisch aufgerüstet und barrierefrei gestaltet zu haben. Die beiden Pfarrer Franz Meiler (katholisch) und Joachim von Kölichen (evangelisch) verbanden ihren Segen mit dem Wunsch nach einer weitgehend unfallfreien Betriebszeit der neuen Busse. Doch der kirchliche Segen dürfe nicht als eine entsprechende Garantie missverstanden werden. Vielmehr sei er Ausdruck der Hoffnung in diese Richtung.
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