Die fünf Bücher Mose auf Pergament

Die Tora, auch Pentateuch, beinhaltet die fünf Bücher Mose. Laut Kreisheimatpfleger Dieter Dörner, der sich sehr mit der jüdischen Geschichte in der Region befasst, wird sie vom Sofer mit Gänsekiel und Tinte auf endlos zusammengenähtem Pergament, der Haut eines koscheren Tieres, geschrieben. Der kleinste Schreibfehler macht die Tora für den Gebrauch in der Synagoge untauglich. Endlos aufgewickelt auf zwei Stäbe, wird sie mit Bändern zusammengehalten.

Umgeben von einem Samtmantel schmücken ein Toraschild und zwei Tora-Aufsätze, meist Kronen, die Torarollen. Der Aufbewahrung dient der Toraschrein, aus dem sie zu Gottesdiensten entnommen wird. Gelesen wird aus ihr auf der Bima, dem Gebetspult, mit Hilfe eines silbernen Zeigers, dem Deuter, der einerseits das Lesen erleichtern und andererseits eine Verschmutzung der Tora verhindern soll. Die Sulzbacher Torarolle muss angesichts ihres Alters laut Kreisheimatpfleger Dieter Dörner restauriert werden. Der Amberger Rabbiner Elias Dray lasse die notwendigen Arbeiten bei einem Sofer (Toraschreiber) in Jerusalem (Israel) begutachten und schätzen. Vom Ergebnis werde die weitere Vorgehensweise abhängen. Entweder die Torarolle wird restauriert (Beschädigungen beseitigt und fehlende Schrift ergänzt) und dann in Amberg erneut geweiht. Falls dies nicht mehr möglich sein sollte, werde sie - wie bei nicht mehr brauchbarem religiösen Schrifttum üblich - am jüdischen Friedhof bestattet.

"Wir wissen nicht, wie viele Torarollen sich im Besitz der Amberger Gemeinde vor der Pogromnacht befanden", sagt Dörner. Zeitzeugen hätten von mindestens einer gesprochen, die zusammen mit Teilen des Mobiliars, Gebetbüchern, Gebetsumhängen und anderem am 10. November 1938 vor der Synagoge verbrannt wurde.
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