Die Große Kooperation
Angemerkt

Das wird schon mit der Großen Kooperation. Sagt jedenfalls Dieter Mußemann. Weil die SPD zunehmend auf alte CSU-Positionen einschwenke. Bei der Tiefgarageneinfahrt in der Bahnhofstraße; bei der Untertunnelung des Bahnsteigs; bei der neuen grünen Mitte für Raigering.

Mußemanns listiges Fazit: "Das Bemühen der SPD, mit uns Themen gemeinsam voranzubringen, ist unübersehbar. Das ist wirklich prima, Frau Kollegin Fruth. Besten Dank dafür, ich kann nur sagen: Weiter so!" Dabei lachte der CSU-Fraktionschef so herzerfrischend, dass auch seine SPD-Kollegin davon angesteckt wurde. "Es freut uns, dass Sie sich so freuen", teilte sie ihm mit und schickte hinterher, die SPD habe die Anträge noch einmal gestellt, weil die CSU sie damals nicht auf den Weg gebracht habe. Bei der Kooperation sei man von der CSU "bis jetzt" fair behandelt worden, lautete Fruths Gesamteinschätzung. Was will man mehr zwischen zwei Parteien, die früher so gar nicht miteinander konnten?

Aber um die kleine Kooperation muss man sich vielleicht Sorgen machen. Die mit Ursensollen beim interkommunalen Gewerbegebiet. Die SPD hat den Eindruck, dass die CSU davon abrücken will. Nein, nein, man sei weiter "uneingeschränkt" dafür, sagte Dieter Mußemann - und klang da wie der Vereinsboss, der seinem erfolglosen Trainer das Vertrauen ausspricht. Wenn aber Ursensollen die Zusammenarbeit immer wieder infrage stelle und wenn die Realisierung nicht vorankomme, dann müsse man andere Möglichkeiten ausloten, andere Partner ins Auge fassen. Damit ist die große Kooperation mit weiteren Anrainergemeinden zumindest als Druckmittel ins politische Spiel eingeführt.

markus.mueller@zeitung.org

Haushalt 2016

Die wichtigsten Zahlen, angegeben in Millionen Euro:

Gesamtvolumen 142,5 (+6,2 %)

Verwaltungshaushalt 111,9

Größte Einnahmen darin: Gewerbesteuer 23,0; Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 18,5; Schlüsselzuweisungen 12,0.

Größte Ausgaben: Personal 33,3; Bezirksumlage 8,7; Grundsicherung 8,2.

Vermögenshaushalt 30,7

Größte Einnahmen: Rücklage 8,5; Zuschüsse für Investitionen 6,6; Zuführung vom Verwaltungshaushalt 5,1.

Größte Ausgaben: Hochbaumaßnahmen 9,5; Kredittilgung 6,9; Vermögenserwerb 6,7.

Schulden zum Jahresende 34,3 (=pro Kopf 810 Euro)
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