Die gute Seele der Notunterkunft

Eva Schmid-Menetché. Bild: hfz
Für viele Flüchtlinge, die in Amberg gestrandet sind, bietet Eva Schmid-Menetché ein freundliches Lächeln und eine helfende Hand. Die 45-jährige Angestellte im öffentlichen Dienst ist immer da, wenn in der Notunterkunft an der Barbaraschule Hilfe gebraucht wird. Sie gibt das Essen aus, verteilt Sachspenden, begleitet die Neuankömmlinge beim Arztbesuch, spielt mit den Kindern.

"Ich bin mittlerweile Ansprechpartner für alle möglichen Bedürfnisse und Sorgen der Flüchtlinge", sagt sie. "Wir gehen gemeinsam einkaufen, ich erkläre ihnen Dinge, die für uns selbstverständlich sind: Mülltrennung, Gepflogenheiten, Bräuche. Wir lernen gemeinsam Deutsch, essen, lachen, weinen und reden miteinander." Die nachrichten von Krieg, Folter, Vergewaltigung, und Unterdrückung hätten sie rat- und hilflos gemacht. "Diese Hilflosigkeit kann ich hier in aktive Hilfe umwandeln", sagt die gute Seele der Notunterkunft. Tag für Tag wird sie nun mit den Dramen konfrontiert, die hinter den Fernsehnachrichten stecken. "Und ich sehe mich anhand der teilweise traumatischen Erlebnisse in der Pflicht, etwas zu tun. Niemand setzt sich ohne Not als Nichtschwimmer in ein überfülltes Boot, verkauft sein Hab und Gut, um sich, seiner Familie und insbesondere seinen Kindern eine anstrengende, zehrende und dramatische Flucht zuzumuten."

Auch im Bekanntenkreis der 34-Jährigen wird kontrovers über die Flüchtlingsproblematik diskutiert. "Das ist auch gut so. Es kann sein, dass an der einen oder anderen Kritik etwas dran ist", räumt Schmid-Menetché ein. "Ich nehme die Aussagen durchaus ernst und habe keine rosarote Brille auf", betont sie. "Dennoch: die lachenden, freundlichen Menschen und fröhlichen Kinder, die mich umarmen, geben mir Kraft, das weiter zu tun, von dem ich überzeugt bin."
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