Die Industrie- und
Extra Job-Börse für Flüchtlinge

Handelskammer reagiert mit dem lokalen Bündnis für Migration und Integration auf die Flüchtlingswelle. Sie plant unter anderem eine Willkommensbroschüre, eine Job-Börse, einen Lehrstellen-Atlas und eine Praktikums-Offensive.

(usc) Deutschland braucht gut ausgebildete Fachkräfte, die sich aus dem Kreis junger Flüchtlinge rekrutieren ließen. Die IHK werde in der Region Amberg-Sulzbach im Verbund mit dem Arbeitsamt alles tun, um mit anerkannten Asylbewerbern, vornehmlich aus Syrien und dem Irak, das erkennbare massive Fachkräfteproblem zu beheben. Dies kündigte Winfried Mellar von der Industrie- und Handelskammer jetzt in der Vollversammlung des interkommunalen Bündnisses für Migration und Integration im Rathaus an.

Ein Schwerpunkt war laut Mellar die Erstellung eines Firmen-Leitfadens für eine problemlose berufliche Eingliederung von Migranten. Eine Checkliste, die sehr prägnant sagt, was bei der Beschäftigung zu beachten ist. Zusätzlich gibt es bei der IHK ein Merkblatt für die Ausbildung von Flüchtlingen und Migranten.

Leitfaden für die Region

Was Firmen brauchen, benötige in abgewandelter Form auch jeder einzelne Neuankömmling: Einen Leitfaden, der ihm beim Ankommen in der Region Amberg-Sulzbach in leicht verständlicher Form sagt, was er zuerst tun muss und was er in der Folge unternehmen kann, um sich zu integrieren. Hier sei derzeit eine Unterarbeitsgruppe an der Arbeit. Notwendig sei ein Internet-Auftritt, der täglich aktualisiert werden kann.

Der gemeinnützige Bildungsträger "Arbeit und Leben Bayern" biete seit Jahren in Weiden vielfältige Integrationsmaßnahmen für Migranten an. Der Arbeitskreis im Bündnis werde prüfen, welche Weidener Erfahrungen auch auf Amberg-Sulzbach übertragen werden können, hieß es.

Die IHK Regensburg hatte am 12. November entschieden, wegen der besonderen Bedeutung des Themas eine Spezialeinsatzgruppe Flüchtlinge einzurichten. Die IHK plant für Amberg eine Infoveranstaltung. Organisation und Realisierung sollte in Zusammenarbeit zwischen der IHK und dem Bündnis für Migration und Integration erfolgen, sagte Mellar.

Personalchefs trainieren

Der Redner kündigte zudem für Amberg ein interkulturelles Training für Personalverantwortliche und Ausbilder an. Auch hier könnten sich IHK und Bündnis zusammentun. Berufliche Integration kann nach Überzeugung der IHK und des Bündnisses nur gelingen, wenn Firmen und Bewerber in passender Weise zusammengeführt werden. Dazu werden Job-Börsen in Amberg und in Sulzbach-Rosenberg aus der Taufe gehoben. Job-Center und Arbeitsagentur ermitteln die geeigneten Migranten beziehungsweise Flüchtlinge.

Zuerst ein Praktikum

Berufliche Ausbildung kennen die meisten neuen Mitbürger nur in Form von praktischem Lernen durch Nachmachen und Mitmachen. Sie tun sich in unserem verschulten System relativ schwer, lernen aber durch praktisches Arbeiten häufig extrem gut und schnell. Davon ist Winfried Mellar überzeugt. Gerade für die Jugendlichen sei es sehr wichtig, Berufe praktisch kennenzulernen. Schon nach wenigen Tagen wisse der Betroffene, ober der Beruf und der Betrieb zu ihm passen. Und die Firma sehe schnell, ob der Jugendliche auch tatsächlich geeignet ist.

Die IHK verfügt laut Mellar über einen Lehrstellen-Atlas, der alle Ausbildungsbetriebe nach Beruf und Postleitzahl auflistet. Zusätzlich werden diese Betriebe regelmäßig abgefragt, ob sie auch Flüchtlinge und Migranten aufnehmen wollen. Die Jugendlichen können durch das Bündnis auf dieses Angebot aufmerksam gemacht und vermittelt werden.

Basis für erfolgreiche Integrationsbemühungen, das unterstrich auch Franz Elsner von der Arbeitsagentur, sind gute deutsche Sprachkenntnisse. Intensivkurse werden von verschiedenen Bildungsträgern bereits angeboten, etwa im ehemaligen Golf-Clubheim in Namsreuth bei Königsstein. Dort bereitet die gemeinnützige Bildungseinrichtung ISE Amberg derzeit 20 junge Flüchtlinge auf Ausbildungsmaßnahmen vor.
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