Die Kinder als "Schachfiguren"

Dekan Markus Brunner ging in seiner Predigt auf die Rolle der Mutter ein. Bilder: ads (2)

Es gehe hier nicht um Stimmungsmache gegen Kinderkrippen, sagte Dekan Markus Brunner beim Patroziniumsfest in Atzlricht. "Doch die Entwicklung in Sachen Erziehung, die sich mit den Kinderkrippen abzeichnet, könnte zum Bumerang werden gegen die Gesundheit der Kinder und gegen die Gesellschaft."

Brunner merkte an, dass das Bild von der Mutter Kirche ein sehr rätselhaftes sei und stellte weiter fest, dass die Mutterrolle, auf die Hausfrau beschränkt, in Ungnade gefallen sei. Mit Blick auf das Gesetz zum Betreuungsgeld sagte der Pfarrer, der Staat müsse eigentlich Interesse daran haben, dass jene Mütter, die ihre Kinder zu Hause erziehen, finanziell nicht schlechter gestellt werden. Grundsätzlich habe er nichts gegen Krippen. Doch könnten sie nur eine Ergänzung für die Erziehung daheim sein und kein Ersatz für ein geborgenes Zuhause.

Bei vielen Eltern werde jedoch eher der Wunsch laut, dass Kinderkrippen ihre Öffnungszeiten auf 24 Stunden verlängern sollten. "Wir leben in einer Zeit, in der man alles gleichzeitig haben will und auf nichts verzichten möchte", befand Brunner. Kinder würden dabei wie Schachfiguren hin und her geschoben. Der Dekan stellte sich die Frage: "Was heißt eigentlich Mutter sein?" Für ihn sei eine Mutter jene Bezugsperson, die ihren Nachwuchs fordere und fördere, dass das Kind zu einem edlen Menschen werde. Er gab dabei zu bedenken, dass Mutter sein auch bedeute, die Vielfalt der Kinder zu wahren und die Eigenheit eines jeden einzelnen Kindes zu fördern.

Tür nicht zuknallen

Eine Mutter müsse ihre Kinder ziehen lassen, wenn diese erwachsen werden, sie bleibe aber stets Mutter und Ratgeberin. Der Geistliche griff schließlich noch einmal das Bild der Mutter Kirche auf und betonte, dass es ihre Aufgabe sei, die Vielfalt der Gläubigen zu wahren, ihr gerecht zu werden und sie gleichzeitig in einer harmonischen Einheit zusammenzuführen in der Pfarrfamilie. Angesichts der Kirchenaustritte wünschte sich Brunner, dass die Türe für diese Gläubigen nicht zugeknallt werde, auch wenn sie der Kirche den Rücken zukehrten, sondern angelehnt bleibe, so dass sie jederzeit zurückkommen könnten. Darin sieht der Dekan den Anspruch der Kirche, wie ein liebender Vater und eine sorgende Mutter zu sein.

Pünktlich zum Start in die Urlaubszeit segnete Markus Brunner zum Abschluss des Gottesdienstes die Fahrzeuge. Nach der geistigen lud die Dorfgemeinschaft Atzlricht zur leiblichen Stärkung ein.
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