Die Last mit der Altlast

Die Verfüllung der Grube zwischen der Arbeitsagentur und der Emailfabrikstraße läuft derzeit und soll bis Mitte August erledigt sein. Der Boden stammt nach Auskunft der Gewerbebau aus einem Grundstück in Fichtenhof. Er werde mit Kalk stabilisiert. Auf dem sanierten Areal entstehen später neben neuen Gewerbeflächen Parkplätze. Bild: Huber
Mit den Zahlen gingen Geschäftsführer Karlheinz Brandelik und Prokurist Werner Pettinger am Montag an die Öffentlichkeit. Mit Schuldzuweisungen hielten sie sich dabei zurück. "Wir sind noch im Austausch mit den Gutachtern", sagte Brandelik. Er wollte ihnen keine Vorwürfe machen. Wenn bei einem Projekt dieser Dimension Stichproben genommen werden, um das Ausmaß der Verunreinigung abzuschätzen, dann sei es durchaus möglich, dass man auch mal deutlich danebenliegt.

Begonnen hatten die Arbeiten auf der letzten Altlastenfläche der einstigen Emaillefabrik im November 2014. Im März sah es noch ganz gut aus (wir berichteten), und es herrschte Zuversicht bei der Gewerbebau, dass nach dem ersten Sanierungsabschnitt in Phase zwei weniger Aushub anfällt und nur sechs bis sieben Meter tief gegraben werden muss. Doch dann stellte sich laut Brandelik heraus: Auch bei zwölf Metern war der Boden immer noch verunreinigt.

Diese Erkenntnis gewann man beim Baggern. "Die Verunreinigungen sieht man an der Färbung des Bodens", erläuterte Brandelik. Außerdem sei der Geruch ein untrügliches Zeichen für belastete Erde. Bei den Schadstoffen handelte es sich in erster Linie um Phenole und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die aus den ehemaligen Brennöfen, Kaminen und Rauchgaszügen stammten.

"Wir hatten anfänglich die Hoffnung, bis Juni oder Juli fertig zu sein", berichtete Gewerbebau-Chef Brandelik. Das Areal sei inzwischen komplett frei von Altlasten, die Verfüllung der Grube werde aber wahrscheinlich noch bis Mitte August dauern, informierte Prokurist Pettinger. Danach, etwa ab September, könne die Wiederherstellung des Wendehammers in Angriff genommen werden. Ab Mitte Oktober soll dann alles so weit erledigt sein, dass es im Baustellenbereich keine Verkehrsbehinderungen mehr gibt.

Allen, die die mit der Altlastensanierung einhergehenden Begleiterscheinungen ertragen mussten, dankte Karlheinz Brandelik für das große Verständnis. "Es gab erstaunlich wenig Probleme und Beschwerden", hob er hervor.
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