Die Mauer ist weg
Glosse

Mehr als 28 Jahre lang träumten sie in Ostberlin und der DDR davon: Die Mauer muss weg. Nun ist sie weg. In Berlin natürlich schon lange, das wissen wir hier auch. Aber nein: Die Mauer ist weg. Spurlos verschwunden, fort. Das Stück der Berliner Mauer, das lange im Hof des Amberger Stadtmuseums stand, das ist weg. Und niemand weiß so recht, wo es geblieben ist. Unser Fotograf sollte es zum Mauer-Jubiläum ablichten, da war es auf einmal nicht mehr da.

Dabei verschwindet ja so ein Trumm, das ungefähr zwei auf vier Meter misst, nicht plötzlich so. Es ist kaum anzunehmen, dass es sich ein Besucher des Stadtmuseums unter den Nagel gerissen hat, um in seinem Vorgarten die Gartenzwerge davor zu drapieren. Oder dass eine Putzfrau das vollgeschmierte Ding einer zu gründlichen Reinigung unterzogen hat. Dennoch ist sie weg, die Mauer.

Ganz schön peinlich. Wenn das Kreise zieht. Dann müssen wir künftig Schlagzeilen produzieren wie "OB Cerny ratlos - am Morgen war das Rathaus nicht mehr da" oder "Marktplatz leer - St. Martin weg". Letzteres wäre zwar praktisch, weil dann endlich mitten in der Stadt das Parkhaus gebaut werden könnte, das wir ja schon ganz lange brauchen; die Basilika müsste trotzdem sehr aufwendig wiederbeschafft werden. Und Amberg wäre wieder einmal das Gespött der Oberpfalz.

Es bleibt uns also an dieser Stelle nur der Appell an unsere Leser: Wer immer ein Stück der Berliner Mauer unmotiviert in der Landschaft herumstehen sieht, wer so etwas in seinem Keller versteckt hat oder für schlechte Zeiten auf dem Dachboden aufbewahrt, möge es umgehend zurückgeben. Es kann auch anonym bei der Polizei abgestellt werden. Hauptsache, die Mauer ist wieder da.

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andreas.ascherl@zeitung.org

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Mit Laternen durchs Viertel

Der Kindergarten St. Michael lädt für Dienstag, 11..November, zur Martinsfeier ein. Beginn ist um 17 Uhr mit einem Wortgottesdienst, anschließend Umzug durch das Viertel. Bei einem Lagerfeuer mit Verkauf von Punsch, Glühwein, Lebkuchen und Wiener klingt die Martinsfeier aus. Die Öffentlichkeit ist eingeladen.

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Lernen und dann merken

Der Katholische Frauenbund Aschach-Raigering organisiert für Montag, 10. November, um 19.30 Uhr einen Vortrag im Pfarrsaal Raigering. Referentin ist Barbara Knecht vom Diözesanverband Regensburg, die zum Thema "Lernen gern, aber wie, damit ich mir's merken kann" spricht. Auch Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei. (mey)
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