Die Problemlage

Die Amberger Firma Baumann produzierte im großindustriellen Stil anfangs Blech- und später Emailgeschirr von 1872 bis 1986. Zu den Hochzeiten waren dort 2600 Menschen beschäftigt und mehrere Brennöfen in Betrieb.

Auf sie gehen die zur Entsorgung anstehenden Altlasten zurück. Sie bestehen hauptsächlich aus Phenolen und Naphthalinen. Das sind chemisch gesehen leicht flüchtige (Mottenkugel-Geruch) und nur begrenzt lösliche (ölartiger Film) organische Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Im vorliegenden Fall entstanden sie als Nebenprodukte der Befeuerung der Email-Brennöfen und lagerten sich an den gemauerten Wänden der Erdschächte zur Heißluftzu- und -abfuhr ab.

Im Lauf der Jahre durchdrangen die Substanzen die Wände und drangen in den sie umgebenden sandigen Boden ein und sind nachweislich bis ins Grundwasser vorgedrungen. Die einstige Umgebungshitze tat ihr Übriges. In Teilbereichen wurden so hoch verunreinigte, steinartige Sandbrocken förmlich gebacken. Von der Beschaffenheit her lässt sich das sandige Erdreich aus der Sicht eines Tiefbauers gut handhaben. Es handelt sich aber um gewaltige Mengen. Laut Projektleiter Daniel Reger geht es um den Austausch von rund 40 000 Kubikmetern oder 75 000 Tonnen Boden. Die Hälfte davon müsse als "höchstbelastet" eingestuft werden.

Entsorgt wird das schadstoffhaltige Erdreich über spezielle Bodenbehandlungsanlagen und entsprechend klassifizierte Deponien. Entnommene Mengen werden mit Fremdmaterial verfüllt. Rund 6500 Quadratmeter umfasst das Grundstück, das zur Sanierung ansteht. Nicht belastetes Material, das im Zuge der Arbeiten umgeschichtet werden muss, verbleibt auf dem Gelände und wird gleich wieder eingebaut. (zm)
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