Die pure Effizienz

Die Party geht weiter: Aufsteiger FC Amberg ist nach dem 4:2-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg II in der Regionalliga Tabellenzweiter hinter dem SSV Jahn Regensburg. Auf dem Bild der Torjubel nach dem 2:0 von Sebastian Hauck (Dritter von links). Bild: Ziegler

Drei Schüsse, drei Treffer: Im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg II ist der FC Amberg vor dem gegnerischen Tor eiskalt. Nach der Pause macht er es dann aber noch einmal unnötig spannend.

"Das war heute Effizienz pur. Beim Stand von 4:0 fühlten wir uns sicher, dann kassieren wir aber zwei unnötige Tore und Nürnberg ist fast dran. Aber danach haben wir es gut gemacht", lobte Timo Rost seine Elf nach dem 4:2-Sieg am Samstag vor 1700 Zuschauern im Stadion am Schanzl. Damit blieb der Neuling auch im dritten Saisonspiel der Fußball-Regionalliga Bayern ohne Niederlage. Nürnbergs Coach Roger Prinzen ging dagegen mit seinem Team hart ins Gericht: "Solche Fehler dürfen uns nicht passieren, wir sehen bei allen Toren schlecht aus. Da haben wir dem FC Amberg einige Gastgeschenke gemacht."

Die Startaufstellung beim Club änderte sich im Vergleich zum 2:0-Sieg in Augsburg während der Woche auf zwei Positionen, der Raigeringer Patrick Erras spielte erneut vor der Abwehr. Timo Rost vertraute fast der gleichen Elf, die in Fürth einen 2:0-Rückstand aufholte, für den verletzten Sven Seitz rückte Sebastian Hauck in die Spitze.

Direkt vor die Füße

Und der war es dann auch, der in der 8. Minute FCN-Torhüter Benjamin Uphoff so unter Druck setzte, dass der den Ball direkt vor die Füße von Tobias Wiesner stolperte - und der nur noch zum 1:0 einschieben brauchte. Die Antwort der Gäste folgte prompt: Cedric Teuchert stand nach schöner Einzelaktion plötzlich allein vor Matthias Götz, verzog aber denkbar knapp. Nürnberg drückte weiterhin, ohne aber wirklich in den FCA-Strafraum zu gelangen. Das Tor machten dann erneut die Gastgeber. Nach einem langen Ball von Kai Hempel verschätzte sich FCN-Innenverteidiger Tobias Weber, Sebastian Hauck nahm den Ball auf und traf zum 2:0 (26.).

Nur einige Minuten später klingelte es wieder: Marco Wiedmann tankte sich gegen drei Mann durch und zog aus 20 Metern ab zum 3:0-Halbzeitstand (38.). Amberg mit drei Schüssen und drei Toren - Effizienz, die es so am Schanzl nicht häufig gab in letzter Zeit.

Ungewohnt ungeordnet

Als dann auch noch Michael Plänitz in der 49. Minute einen Elfmeter (nach Foul an Marco Wiedmann) zum 4:0 verwandelte, mussten die gut 70 mitgereisten Club-Fans Angst vor einem Debakel bekommen. Doch aus unerklärlichen Gründen fanden die kleinen Clubberer wieder in die Partie - oder besser gesagt: Der FC ließ sie zurück ins Spiel finden. Denn sowohl beim 1:4 durch Özgur Özdemir (57.) als auch beim 2:4 von Christopher Theisen (60.) sah die Defensive ungewohnt ungeordnet aus. Nürnberg drückte jetzt wieder mehr, doch der FC konnte diese kurze Schwächephase schnell hinter sich lassen, schüttelte sich kurz und brachte den Sieg dann letztlich auch verdient über die Zeit. So spannend hätte es aber ja eigentlich gar nicht sein müssen: Denn eine 4:0-Führung nach einer guten Stunde sollte genug Selbstsicherheit geben, um ein Ergebnis auch souverän über die Zeit zu bringen. Doch plötzlich schien es wieder eng zu werden. Das erkannte auch Rost: "Da schlafen wir zweimal bei Standards, das darf uns nicht passieren. Solche Situationen sind in der Bayernliga vielleicht nicht bestraft worden - wie schnell es in der Regionalliga gehen kann, haben wir heute gesehen. Wir müssen lernen, bei einem Spielstand von 4:0 einfach abgezockter zu werden."

Weiter ungeschlagen

Es ist aber nun mal auch die Philosophie von Rost, schnellen und offensiven Fußball spielen zu lassen - eine Spielweise, bei der man im Erfolgsfall gerne zusieht und sich begeistern lässt. Solange am Ende des Tages drei Punkte stehen, ist aber alles gut. Das weiß der Trainer natürlich, wobei er derzeit ja auch ein schlagkräftiges Argument für seine Spielweise hat: Drei Spiele, die meisten Tore (10), keine Niederlage, zwei Siege - und die waren verdient und souverän. Und diese Siege sind es, die am Ende zählen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.