Die Spiegel abhängen

Stirbt ein Jude, werden im Todeszimmer sämtliche Spiegel abgehängt. Außerdem werden die Fenster geöffnet. Dem Verblichenen werden die Augen geschlossen, Haare und Fingernägel geschnitten. Ihre Toten bestatten Juden in schlichten einfachen Holzkisten, die nicht genagelt sind, erklärt Dieter Dörner, Kreisheimatpfleger aus Amberg. Bei der Beisetzung, die innerhalb von 24 Stunden erfolgen muss, schaufeln die nächsten Angehörigen das Grab zu. Hat der Verstorbene einen Sohn, spricht dieser das Kaddisch, wie das zentrale Totengebet genannt wird. Der Grabstein wird am ersten Todestag aufgestellt. Der Wunsch vieler Juden ist es, in Israel ihre letzte Ruhestätte zu finden. Ist dies nicht möglich, kommt häufig eine Schaufel voll Erde aus Israel mit ins Grab. Einmal pro Jahr gehen Gläubige auf den Friedhof: Jeweils am Todestag stellen sie ein Licht auf. Auch das gehört zur jüdischen Tradition: Am Shabbat oder an hohen Feiertagen, wie zum Beispiel am Neujahrsfest Rosh ha-Schana, geht man laut Dörner nie auf den Friedhof. (san)
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