Die Zukunft hat erst begonnen

Ein spannendes Thema, ansprechend verkauft. Moderator Thomas Bärthlein(links) gab (auf dem Podium von links) MdL Harald Schwartz, Michael Bader, Franz Elsner, OB Michael Cerny, Dr. Rolf Pfeiffer und Karlheinz Brandelik die passenden Stichwörter. Bild: Hartl

Amberg geht es wirtschaftlich gut, es könnte aber noch viel besser werden. Doch wer wachsen will, muss für sich werben. Das zeigt eine Podiumsdiskussion der CSU zum Thema Wirtschaft.

Sie hätten es nicht eigens sagen müssen. Doch OB Michael Cerny wies bei der Podiumsdiskussion der CSU zum Thema Wirtschaftstandort im Pfarrsaal St. Michael doch noch einmal darauf hin: Die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) ist ein Segen für unsere Region. Rund 4000 Absolventen seit der Gründung, von denen rund 80 Prozent in der Region geblieben sind, haben den Trend der Abwanderung weitgehend gestoppt, dem die akademischen Fachkräfte in der Vergangenheit ausgesetzt waren.

Die "richtigen" Fächer

Nicht die OTH allein ist nach Ansicht von MdL Harald Schwartz wichtig. Es werden hier auch die "richtigen" Fächer gelehrt. Rund 55 Unternehmen aus dem IT-Bereich hat Schwartz in unserer Region gezählt, die in Deutschland oder gar der Welt auf ihrem Gebiet eine führende Rolle spielen - sogenannte Hidden Champions. IT und Automation sind seiner Meinung nach auch die Branchen, auf die der Bereich Amberg-Sulzbach weiter setzen soll.

"Microsoft", so sagte es Schwartz, "wird mit Sicherheit seinen Firmensitz nicht nach Amberg verlegen. Aber die Zukunft in diesem Bereich hat hier erst angefangen." Die Städte, so merkte der Landtagsabgeordnete an, seien einst entlang der Flüsse entstanden. Wegen der Handelswege. "Heute heißen die Flüsse Autobahn, Eisenbahn und schnelles Internet." Und das alles habe die Region um Amberg zu bieten.

Große Einigkeit unter den Diskutanten OB Michael Cerny, Dr. Rolf Pfeiffer (IHK), Franz Elsner (Arbeitsagentur), Harald Schwartz und Michael Bader (CSU-Mittelstandsunion) herrschte zu diesem Punkt. Nicht ganz einig war sich die Runde, warum ein junger Mensch zu uns in die Region kommt, um hier zu arbeiten. Es reicht ein attraktiver Arbeitsplatz, so Rolf Pfeiffer. Wer hier gut verdiene, der ziehe auch nach Amberg.

Image ist sehr wichtig

Nicht ganz, so befand Harald Schwartz anhand eines Gegenbeispiels. Wenn seine Firma für sechs Standorte eine ähnliche Stelle ausschreibe, sei die Zahl der Bewerbungen sehr unterschiedlich - je nach Attraktivität der jeweiligen Stadt. Von daher müsse die Region sich positiv nach außen vermarkten, müsse deutlich machen, dass hier alles geboten sei, was man für ein schönes Leben brauche - und das zu sehr niedrigen Preisen. Aber wie werben? Amberg allein sei zu klein, um es als Marke zu verkaufen, sagte OB Michael Cerny. Es müsste vielmehr die Region als Ganzes vermarktet werden.

Möglicherweise sogar als Metropolregion Nürnberg. "Wie wäre es mit Ostbayern?", machte Moderator Thomas Bärthlein einen Vorstoß. "Ostbayern ist so sexy wie nix", erteilte der OB diesem Begriff eine Abfuhr. Besser sei es, wenn jeder Amberg, der irgendwo in der Welt unterwegs ist, für seine Stadt Werbung mache. "Alles steht und fällt doch mit der Frage, ob sich die Leute mit ihrer Heimat identifizieren oder nicht." Das fanden alle Diskutanten dann am Ende sehr gut.
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