Dieter Radl entführte bei der Katholischen Erwachsenenbildung in die Heimat
Ein Festabend für die Mundart

Dieter Radl gehört zu den letzten Bewahrern der Oberpfälzer Mundart in ihrer Sulzbacher Variante. Bild: hfz
Für den Dialekt-Freund ist es Musik, was da aus dem Munde des Sulzbacher Autors Dieter Radl kommt; und nur solche waren anwesend in der Bräustube des Gasthauses Kummert bei der Lesung "Wäi's is, wäi's wor - a wenig durch's Johr", zu der die KEB eingeladen hatte.

Beste kulturelle und heimatliche Bildung versprach Johann Bauer von der KEB in den Vorschuss-Lorbeeren für Dieter Radl. Und der nahm die Zuhörer bei der Hand und führte sie durch den Lauf des Jahres, wie er sich in der Natur, in der Seele der Menschen und im Brauchtum niederschlägt. Radl machte das durch hochsprachliche Ein- und Überleitungen, um dann in geschliffenen mundartlichen, oft auch gereimten Texten seine Aussagen und Beobachtungen zu treffen.

Vor dem Text kommt die Wahrnehmung mit allen Sinnen: Kleine und große Erscheinungen in der Natur, Eigenheiten der Mitmenschen werden aufgenommen und bedacht. So riechen die Zuhörer förmlich das frisch gemähte Gras, das feuchte Laub, den ersten Schnee oder die Bratwürste beim Annabergfest, das im Empfinden des Sulzbachers Radl das schönste in der ganzen Region ist. In einer Frühlingsaufzählung überraschte Radl die Zuhörer mit so vielen unbekannten Dialektwörtern, dass er einen Nachgang machen musste, um jedes Wort einzeln "zu übersetzen". Zum Beispiel "Hutschawawerl" für Kröte oder "Räiloia" für Ostereier. In manchen Texten geht es freilich auch robuster zu, insbesondere in den Texten und Gedichten, die eine besondere Nähe zum Bier und Alkohol aufweisen, wie das Faschingsgedicht "Der Maharadscha". Aufgelockert durch schwungvolle bayrische Musik ging ein echter Kulturabend zu Ende.
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