Dieter Spörl wird heute 75 Jahre alt - Von 1970 bis 2014 für die SPD im Stadtrat
Immer nah dran an den Bürgern

Dieter Spörl saß 42 Jahre für die Sozialdemokraten im Stadtrat. Heute feiert der Einzelhandelskaufmann seinen 75. Geburtstag. Bild: Hartl
Amberg. (tk) Nach 42 Jahren ließ er es gut sein. Die Spitze der hiesigen SPD hatte ihm vor den Wahlen 2014 angeboten, noch ein paar Jahre dranzuhängen, Dieter Spörl aber blieb bei seinem Entschluss und zog sich als Ambergs dienstältester Stadtrat zurück. Der Begriff vom kommunalpolitischen Urgestein wird gerne verwendet. Mal passt er mehr, mal weniger. Spörl gilt als Musterbeispiel dafür. Heute wird er 75 Jahre alt.

"Kommunalpolitik ist wie ein Fluss: kurvig, nicht berechenbar und voller Unterströmungen", hat er einem älteren Kollegen einmal gesagt. Ihn selbst frustrierte das nie. Ganz im Gegenteil: Dieter Spörl war stets gerne mit dabei, wenn es darum ging, die Zukunft seiner Heimatstadt Amberg zu gestalten. Deswegen hat er vor 2014 auch immer zugestimmt, wenn ihn die Sozialdemokraten auf ihre Stadtratsliste setzen wollten. Im Gespräch mit der Amberger Zeitung blickte Dieter Spörl vor zwölf Monaten vor allem auf seine 42 Jahre im Stadtrat zurück. Dabei sprach er auch ganz offen darüber, gegen eine Entscheidung gewesen zu sein, die sich später seiner Meinung nach als richtig herausgestellt habe: "Ich war lange gegen die AM 30. Da habe ich immer dagegen gestimmt, weil ich das Krumbachtal gerne so behalten hätte, wie es war." Aus heutiger Sicht sei es aber gut gewesen, die Umgehungsstraße bauen zu lassen.

Ein Mann der leisen Töne

Dieter Spörl ist immer ein Stadtrat gewesen, der sein Ohr am Bürger hatte und dessen Argumente in die Debatte einbrachte. Auch gegen Widerstände wie bei der Bebauung am Postweiher. Nicht mit lauten Tönen übte er Kritik und ohne auf die politische Pauke zu hauen. Spörl schätzte den Dialog, er wollte die sachorientierte Auseinandersetzung. Eine Popularität, die durch Schlagzeilen zustande kommt, war nie seine Sache.

Als Bewohner dieser Stadt hat Dieter Spörl immer ein Beispiel gegeben. Er ist einer, den die Leute kennen und der sich engagierte. Bei der Skivereinigung zum Beispiel, deren Geschicke er über Jahre hinweg als Vorsitzender lenkte. Auch in der SPD, der er 1968 beitrat. Kurz darauf stand er erstmals auf der Stadtratsliste.

Der Jubilar stammt aus einer kinderreichen und der evangelischen Kirche verpflichteten Familie. Nach der Schule schlug er die Laufbahn des Einzelhandelskaufmanns ein. Er war zunächst in Rosenheim, Murnau und München tätig. 1968 kehrte er nach Amberg zurück, baute hier ein Fachgeschäft für Heimtextilien, Sonnenschutz und Damenmoden auf.

Vor fünf Jahren hatte es Spörl zu seinem 70. Geburtstag nach St. Petersburg gezogen, zum 75. lässt er es ruhiger angehen: "Heuer bleiben wir mal daheim." Groß gefeiert wird im August. Dann kommen sicher auch viele Gäste aus den Reihen der SPD, zu der Dieter Spörl noch immer einen engen Kontakt pflegt. Besonders froh ist er über seine Partei. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass im Rathaus wieder ein harmonischer Umgangston eingekehrt ist.
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