Diskussion über Landschaftsschutzgebiet Ammerbachtal: Unterschiedliche Interessen
Offen für Kompromissvorschlag

Viele Interessierte waren gestern Abend ins Rathaus gekommen, um sich über den aktuellen Verfahrensstand für das Landschaftsschutzgebiet Ammerbachtal zu informieren. In der Diskussion legten sowohl Naturschützer als auch Segelflieger und Hundebesitzer dar, warum ihnen Fuchsstein so wichtig ist und was ihre Wünsche dafür sind. Bild: Huber
Die Segelflieger, die Spaziergänger, die Naturschützer, die Jogger, die Gassigeher und der Schäfer: Menschen mit unterschiedlichen Interessen nutzen das Ammerbachtal. Die Stadt Amberg plant, es als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Über den aktuellen Stand des Verfahrens informierten Oberbürgermeister Michael Cerny und Dr. Bernhard Mitko, Leiter des Referates für Umwelt, Verbraucherschutz, Ordnung und Recht, am frühen Mittwochabend im großen Rathaussaal.

Kleine Freilaufgebiete

Bei der Diskussion legten die Vertreter der verschiedenen Interessensgruppen ihre Argumente dar. Doch gleichwohl brachten sich einige auch dahingehend ein, dass sie ein Miteinander statt ein Gegeneinander forderten. "Ideal wäre es, wenn sich alle so verhalten, dass alles passt", schickte Cerny der Diskussion voraus. Mitko erklärte einleitend, was es mit dem Landschaftsschutzgebiet auf sich hat. "Als Naturschutzgebiet ist es nicht vorgesehen, das wäre eine wesentlich schärfere Unterschutzstellung." Er beleuchtete die rechtliche Seite, erörterte aber auch, was geplant ist. Im Hinblick auf die Bedürfnisse vieler Hundehalter, die ihre Tiere dort ausführen und sie auch ohne Leine laufen lassen wollen, sprach er von einem Kompromissvorschlag. Zum einen beinhaltet dieser kleine Freilaufgebiete ganz im Süden und im Norden des Areals, jeweils in Nähe der Parkplätze. Entlang einiger Wege würden (je nach örtlicher Begebenheit vielleicht fünf oder zehn Meter) Steifen entstehen, wo die Hunde frei laufen könnten, allerdings stets im Einflussgebiet von Herrchen oder Frauchen. Auf anderen Wegen hingegen würde Anleinpflicht bestehen. Dass dieses Areal für Flora und Fauna wichtig sei, betonten die Naturschützer. Dass es in der Stadt immer wenig Möglichkeiten gebe, wo sie ihre Vierbeiner frei laufen lassen könnten, beklagten die Hundehalter. Auch wenn es an manchen Stellen der Wortbeiträge emotional wurde, gaben einige Diskussionsteilnehmer an, mit dem Kompromissvorschlag leben zu können.

Weg zueinander finden

Dieses Annähern griff Oberbürgermeister Cerny nach zweieinhalb Stunden für sein Schlusswort auf. Er sei froh, dass viele Beiträge darauf abgezielt hätten, einen Weg zueinander zu finden. "Wir wollen das Gelände erhalten, die Landschaft schützen und den Naherholungs-Charakter beibehalten", unterstrich er.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.