DJK bewirbt sich bei DFB - Brief an Merkel und Seehofer
Preis statt Anfeindung für Integrationsarbeit

Hart an der Grenze geht es für die ausländischen Spieler der DJK Amberg (in Weiß) öfter zu. Die jüngste Anfeindung als "Batschaken" hat den Verein jetzt bestärkt, sich um den DFB-Integrationspreis zu bewerben. Bild: Ziegler

Erst vor kurzem wurden die überwiegend ausländischen Fußballspieler des DJK Sportbunds Amberg bei einem Punktmatch vom Vorsitzenden des gegnerischen Teams als "Batschaken" beschimpft (wir berichteten). Doch das hat den Verein nicht entmutigt - im Gegenteil eher angespornt, sich jetzt um den Integrationspreis des Deutschen Fußballbundes zu bewerben. Und er hat in dieser Sache an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer geschrieben.

In dem gleichlautenden Brief schildert Vorsitzender Theo Daller nicht nur ausführlich die Integrationsarbeit des DJK Sportbundes, der heuer sein 90-jähriges Bestehen gefeiert hat. Er hat auch den Artikel der Amberger Zeitung über den unrühmlichen "Batschaken"-Vorfall beigelegt und erklärt dazu, dass "wir wegen unserer Ausländer oft angefeindet werden".

Es zeigt: "Noch viel zu tun"

"Aber solch ein Verhalten bestärkt uns geradezu in unserer Integrationsarbeit: Aus solchen Ereignissen spüren wir, wie viel noch zu tun ist", schreibt Daller an Merkel und Seehofer und bittet beide auch deshalb um ihre Unterstützung bei der Bewerbung um den DFB-Integrationspreis (in Kooperation mit Mercedes - der Autohersteller stiftet den Hauptpreis, einen Kleinbus).

"Es ist nicht gelogen: Vor einiger Zeit liefen elf junge Männer aus elf verschiedenen Nationen von der DJK am Fußballfeld auf", hebt Theo Daller den immer noch hohen Migrantenanteil von zwölf Prozent in seinem Club hervor und beschreibt: "Wir begleiten schon seit vielen Jahren die Ausländer aus dem Asylantenwohnheim heraus in eigene Wohnungen, unterstützen beim Erlernen der deutschen Sprache und sind behilflich bei der Arbeitssuche und bei Behördengängen."

Mit Blick auf überquellende Asylheime und die Zukunft kündigt der Vorsitzende an: "Wir gehen davon aus, dass wir auch in Amberg noch mehr ausländische Mitmenschen bekommen. Und wir werden unseren kleinen Beitrag dazu leisten, die sogenannten Migranten bei uns über die Vereinsschiene zu integrieren."
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