Doppel-Ausstellung im Luftmuseum am 31. Januar
Schwer wird leicht

Kordelporzellan nennt die Hamburger Künstlerin Silke Decker ihre Ausstellung mit filigranen Werken. Bild: hfz
Das Luftmuseum bietet in seinem neunten Jahr wieder ein facettenreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm mit Künstlern aus Amsterdam, Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München. Beispielsweise gibt es am Samstag, 31. Januar, ab 19.30 Uhr gleich eine Doppel-Vernissage mit einer Sonderausstellung im Erdgeschoss von Toni Scheubeck aus Arnschwang und einer Präsentation von Silke Decker aus Hamburg in der gotischen Hauskapelle. Die Einführung übernimmt Wolfgang Herzer aus Weiden.

"Das Schwere ist die Wurzel des Leichten" (Laotse) - dieses Motto weist auf die Spannweite des in mehr als drei Jahrzehnten entstandenen künstlerischen Werks von Toni Scheubeck hin, das Steinskulpturen, luftige Objekte aus Draht und Tesafilm sowie Zeichnungs-Serien umfasst.

Ein Federstein

Scheubecks Steine sind zwar schwer, wirken aber häufig leicht, wie bereits Federstein, der Titel einer frühen Arbeit von 1980 erahnen lässt. Sein und Schein divergieren. Adern und Einschlüsse im Stein wecken die forschende Neugier des Künstlers. Geometrische Klarheit trifft auf organische, natürliche Formen.

Im Winter, wenn die Steinarbeit witterungsbedingt ruht, entwickelt Scheubeck immer wieder Objekte, die dem Ernst und der Dauerhaftigkeit der Steine mit spielerischer Leichtigkeit und vergänglichem Material antworten. Wie wissenschaftliche Seifenhaut-Experimente zum Thema Minimalfläche wirkt die Serie von Endlosknoten aus Draht, die mit Tesafilm bespannt sind. Aus Haselnussstäben entstehen selbsttragende Hebel-Tragwerkskuppeln, die später zeichnerisch nachvollzogen werden ebenso wie die Gravitationszeichnungen, die ein Pendel in Quarzsand hinterlässt.

Porzellan-Kunst

Kordelporzellan heißt die parallel laufende Ausstellung der Hamburgerin Silke Decker. Ihre Technik löst die klassische, geschlossene Wandung des Geschirrs auf. Es entstehen filigrane, zerbrechlich erscheinende und doch stabile Porzellane. Die Funktion der Schale wird als Behälter für die Aufnahme von Obst und Dekorationsstücken reduziert, gleichzeitig steigt aber ihr ästhetischer Wert als Objekt.
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