Doppelhelix auf der Spur

Sarah Pickel (links) und Theresa Schleicher haben mit haushaltsüblichen Chemikalien DNA isoliert. Dafür gab es eine Belobigungsurkunde vom Kultusminister. Bild: hfz

DNA kennt jeder. Als Gentest in Krimis sowieso. Für den Chemiker verbirgt sich dahinter eine Spirale mit zwei Strängen, auf der die individuellen Erbinformationen gespeichert sind: die Doppelhelix

Freude und Neugierde soll der Landeswettbewerb Experimente, der vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung in München (ISB) ausgeht, wecken. Doris Riedel, Oberstudienrätin am Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium, ließ sich jedenfalls schon einmal von der Idee anstecken und präsentierte sie in ihrem Chemieunterricht.

Bei Sarah Pickel und Theresa Schleicher aus der G8a fiel das auf fruchtbaren Boden - bei ihnen brach der Forscherdrang aus. Zu Hause machten sie sich an eine Reihe von Experimenten, um ihre Neugierde und den Spaß am Entdecken zu befriedigen. Die Aufgabe formulierte das ISB: "Dem Täter auf der Spur." Dahinter verbarg sich, selbstständig zu Hause mit bloßen Alltagschemikalien und -geräten aus der Drogerie oder dem Baumarkt nachzuvollziehen, wie die Spurensicherung der Kriminalpolizei Verdächtigen nachweist, ob sie am Tatort gewesen sind.

Als Versuchsutensilien kamen ein farbloses Handspülmittel, Kochsalz, Brennspiritus, Sekundenkleber, Teelichthülsen, Alufolie, Schaschlickstäbchen, ein leeres Marmeladenglas, ein Bleistift und ein Fünf-Euro-Schein in Frage. All das sollte dazu dienen, potenzielle Täter dingfest machen zu können. Aus der Sicht des Chemikers verbarg sich dahinter, eine Reihe von Experimenten so auszugestalten, dass am Ende aus Speichel eine DNA isoliert werden kann.

Den Mädchen gelang es. Der Weg dahin war aber nicht allzu leicht. Erst einmal mussten verschiedene Fingerabdrücke hergestellt und verglichen werden. Auch der Abdruck einer Ohrmuschel musste mit Hilfe von Graphitpulver (aus einer Bleistiftmine hergestellt) sichtbar gemacht werden. Auf den Prüfstand kamen zudem die Sicherheitsmerkmale des Fünf-Euro-Scheins. Während der Experimente und danach mussten alle Schritte und Schlüsse daraus sorgfältig dokumentiert werden, um sie dem ISB als Wettbewerbsbeitrag zukommen zu lassen. Für ihre so unter Beweis gestellte Forscherfreude wurden die beiden Decker-Schülerinnen mit einer Belobigungsurkunde von Kultusminister Ludwig Spaenle ausgezeichnet.
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