Dr. Helmut Kollhoff referiert über Eine-Welt-Produkte
Fair muss es sein

Dr. Helmut Kollhoff, Vorsitzender des Amberger Eine-Welt-Ladens mit einem "fairen" Fußball. Bild: hfz
Verhungert? Nein, ermordet! So beschreibt Jean Ziegler, Schweizer Volkswirt und Autor des Buches "Wir lassen sie verhungern - die Massenvernichtung in der dritten Welt" das Schicksal von vielen Kindern in Afrika. Bei einem Infoabend zum Thema "Armut, Hunger und Gerechtigkeit- ist der faire Handel eine Antwort?" im Pfarrsaal von St. Martin führte der Referent Dr. Helmut Kollhoff aus, dass wir um dieses Thema kümmern müssten.

Alles muss billig sein

Die Empörung sei berechtigt und auch nötig, um ein Umdenken zu ermöglichen. Es sei nämlich unser materieller Wohlstand, der in den vergangenen Jahrzehnten zu unglaublichen Zuständen in den fernen Ländern geführt habe. Asiatische Länder, in denen unsere billigen Textilien produziert würden. Afrikanische Länder, die ihre Rohstoffe billig an uns verkaufen oder unsere subventionierten Lebensmittel auf ihren Märkten anbieten müssten. Den dortigen Bauern und Händlern werde damit die Arbeits- und Lebensgrundlage entzogen. Diesen Ländern werde die Möglichkeit der Entwicklung verweigert, damit unser Wohlstand unverändert bleibe.

Wer damit nicht einverstanden sei, habe mit fair gehandelten Produkten die Möglichkeit, Gerechtigkeit zu schaffen. Steigerungsraten von 30 Prozent pro Jahr zeigten, dass der faire Handel beim Bürger angekommen sei. "Die Politik mit dem Einkaufskorb ist also eine Möglichkeit für den Bürger, Entwicklungspolitik zu machen." Dies könne am Ende auch verhindern, dass immer mehr Menschen aus diesen Ländern als Flüchtlinge zu uns kommen. Weiter führte der Referent aus, dass neben den Produkten mit dem bekannten Fairtrade-Logo auch Waren von GEPA, El Puente, DWP und Banafair fair gehandelte Dinge sind, die im Eine-Welt-Laden, aber auch in vielen anderen Geschäften zu finden seien.

Mit dem Beschluss des Stadtrates, Amberg zur Fairtrade-Stadt zu machen, habe diese Bewegung eine prominente Fürsprecherin gefunden. Solidarität und Gerechtigkeit solle aber nicht nur in der Stadt, sondern weltweit gepflegt werden. In diesem Rahmen sei ein Einkaufsführer geplant, der nicht nur zu fairen Lebensmitteln, sondern auch zu fair produzierten Textilien, Fußbällen und Goldschmuck führe.
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