Dr. Ulrich Schmid hat den Eckert-Bau gekauft - Forum-Umfeld attraktiver machen
Eckert-Bau jetzt ein Schmid-Bau

Nach 37 Jahren war am Samstag Schluss. Mode Eckert ist Geschichte. Was die Zukunft bringt, liegt in erster Linie am neuen Besitzer Dr. Ulrich Schmid. Den Laden will der Investor erhalten. Darüber plant er 15 bis 20 Wohnungen. Bild: Hartl

Kurz nach 17 Uhr sperrte Therese Eckert am Samstag ihr Modegeschäft in der Bahnhofstraße zu. Die 64-Jährige geht in Ruhestand, aber das Haus keiner ungewissen Zukunft mehr entgegen. Dr. Ulrich Schmid hat den Eckert-Bau der Stadt abgekauft und will mithelfen, das Forum-Umfeld attraktiver zu machen.

Innenstadt-Investor Dr. Ulrich Schmid möchte seinen Teil dazu beitragen, aus der Bahnhofstraße wieder eine 1A-Lage zu machen. Deswegen hatte er sich bereits vor mehr als vier Jahren das Haus mit der Nummer 3 gesichert und aufwendig saniert. Der Schreibwaren- und Geschenkeladen Eibl sowie "Die Truhe" mussten damals weichen. Jetzt geht Schmid räumlich einen Schritt weiter in Richtung Forum. Im dann modernisierten Eckert-Bau soll nächstes Jahr wieder Leben einziehen.

"An die Schmerzgrenze"

"Der Kaufvertrag wurde am 19. November geschlossen. Notariell ist alles über die Bühne", bestätigt der Lintacher, der ergänzt, dass er bereits ein Auge auf das Anwesen geworfen hatte, als das alte Bürgerspital noch stand. Das Interesse habe zu einer Besichtigung des 1977 errichteten Hauses und zu mehreren Gesprächen geführt. Letztlich habe ihm die Stadt heuer ein Angebot gemacht, für das er "an die Schmerzgrenze gegangen" sei, was wirtschaftlich noch zu vertreten sei. Summen möchte der Geschäftsmann nicht nennen, dafür geht er in Gedanken baulich schon ins Detail. Der hintere Baukörper müsse verschwinden, um Platz für weitere Gebäude auf dem Gelände zwischen Fußgängerzone und Ring-Theater schaffen zu können.

Bliebe der Eckert-Bau wie er ist, würden Neuansiedlungen daneben zu schmal oder zu weit nach hinten geschoben werden. Der für Frühjahr geplante Teilabriss kommt Schmid sogar entgegen: "Wir müssen das Gebäude neu erschließen. Kanal, Aufzug, das muss jetzt alles neu gemacht werden", erklärt der Diplom-Kaufmann, der das Haus an die vom Stadtrat beschlossene und noch zu bauende Tiefgarage anschließen möchte - für "hochwertiges Wohnen, das in der Altstadt auch angenommen wird", da ist sich der Steuerberater sicher, der über dem Geschäft 15 bis 20 Wohnungen plant. Der bisherige Laden soll mit Ausnahme des hinteren Teils bleiben. Er werde aber wie das gesamte Gebäude von Grund auf saniert. Dazu gehöre auch eine neue Fassadengestaltung. Was die für den Eckert-Bau so typischen Rundbögen betrifft, ist sich der neue Besitzer noch nicht sicher. Auf jeden Fall wolle er so schnell wie möglich Bauantrag stellen, um das Vorhaben wie geplant 2015 abschließen zu können.

Mieter nicht in Sicht

Einen Mieter hat Schmid aber deswegen noch lange nicht in Sicht: "Es ist nicht so, dass sich die Leute um die Bahnhofstraße reißen. Die Nachfrage ist zurzeit minimal." Das liege in erster Linie am Forum-Umfeld und der ungewissen Zukunft. Niemand habe Lust, jahrelang neben einer Baustelle zu sitzen. Schmid ist dennoch fest entschlossen: "Wenn ich dazu beitragen kann, dass etwas Vernünftiges passiert, denn werde ich das tun."
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