Dreigestirn auf Konsens-Suche

Symbolbild: Hartl
 
"Ambergs Innenstadtkneipen müssen für Junge und Junggebliebene attraktiv sein und auch während der Woche zum Weggehen einladen", meint Daniel Müller.

Sie sind jung, sitzen für die CSU im Stadtrat und möchten die Anliegen der Wirte ernst nehmen: Deshalb luden Daniel Müller, Gabi Donhauser und Christian Schafbauer zu einem runden Tisch. Heraus kamen dabei erstaunliche Vorschläge.

Club-Meile entlang der Regensburger Straße, keine Stellplatz-Ablöse mehr für Gastro-Neuansiedlungen oder ein Tropennacht-Gesetz: Ideen gab es viele. Nachdem in den vergangenen Wochen die Probleme der Wirte mit Anwohnern Thema waren, initiierten die drei Stadträte das Treffen in der CSU-Geschäftsstelle an der Schlachthausstraße. Laut Presse-Info waren neben Gaststättenbetreibern aus der Innenstadt auch OB Michael Cerny, Landtagsabgeordneter Harald Schwartz, Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann, Kreisvorsitzender Stefan Ott sowie Junge-Union-Kreischef Tobias Neudecker der Einladung gefolgt.

Um die rechtlichen Grundlagen und die Vorgehensweise in anderen Städten zu klären, waren Rechtsreferent Bernhard Mitko, Wolfgang Pausch (CSU-Fraktionsvorsitzender aus Weiden) sowie Gastronomie-Experte Hans Lauterbach, gekommen. Konsens war, dass gerade Amberg als Studentenstadt seine bestehende Kneipenszene stärken und bestenfalls ausbauen muss. Daniel Müller machte deutlich, dass es für die Entwicklung einer ganzen Stadt wichtig sei, über ein breites und vielfältiges Angebot an Gastronomie in der Innenstadt zu verfügen. Während Wirt Christian Klostermann in einer Sperrstunde ein "völlig falsches Signal" sah, erklärte Mitko, dass diese sich beispielsweise in Regensburg bewährt habe. Man könne trotzdem Ausnahmegenehmigungen erteilen. OB Cerny versicherte, dass eine kurzfristige Entscheidung über eine Sperrstunde nicht geplant sei.

Eine weitere Unannehmlichkeit, die vonseiten der Wirte angesprochen wurde, war die Genehmigung von Freischankflächen in der Innenstadt. Besonders in lauen Sommernächten sei es ärgerlich, wenn bereits um 22 Uhr der Betrieb eingestellt werden müsste, erklärten einige Gastwirte. Christian Schafbauer regte an, ein Tropennacht-Gesetz einzuführen. Es könnte ermöglichen, in besonders warmen Sommernächten die Freischankflächen zum Beispiel bis 24 Uhr zu betreiben. Harald Schwartz sicherte Unterstützung zu.








Die anwesenden Wirte führten auch das massive Kneipensterben als Problem an. Um Neugründungen zu erleichtern, sei es schon lange die Überlegung der drei CSU-Stadträte, die bisher meist abschreckende Stellplatzablöse für Parkplätze abzuschaffen. Insbesondere wo kein Konflikt mit Anwohnern entstehen könne, wäre es wünschenswert, die Stellplatzablöse für Neugründungen vollständig erlassen. Gabi Donhauser schlug vor, die Entwicklung des Areals zwischen Regensburger Straße und Marienstraße, für den Gastronomiebetrieb nach 1 Uhr voranzutreiben. So sei die Lärmbelästigung weitestgehend aus der Innenstadt herauszubekommen.

Eine angepasste Gesetzgebung wäre mehr als wünschenswert: "In den Städten ist es nicht leise, und trotzdem wollen die Leute dort wohnen. Also braucht man eine Lösung, die der Lebensrealität gerecht wird, ohne die Bewohner zu vertreiben", forderte Müller.
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