Dreikönigssingen in der Pfarrkirche St. Georg eröffnet - 700 Mädchen und Buben angereist
Sternsinger im Schneegestöber

Hinter diesem blauen Banner zogen sie durch die Stadt. Rund 700 Sternsinger aus der ganzen Diözese trafen sich am Montag in Amberg. Nach einer Andacht in St. Georg gab es einen großen Stehempfang mit Bischof Rudolf Voderholzer auf dem Marktplatz. Bilder: Huber (2)

So viele Könige auf einem Haufen hat Amberg selten gesehen: Rund 700 Mädchen und Buben waren am Montag angereist, um in der Pfarrkirche St. Georg das Dreikönigssingen im Bistum Regensburg zu eröffnen.

Nach der Andacht mit Bischof Rudolf Voderholzer zogen die Sternsinger vom Malteser- zum Marktplatz. Dort öffnete für die Weisen aus dem Morgenland noch einmal der Weihnachtsmarkt - zumindest eine Sparversion davon. Ehrenamtliche Helfer aus der Pfarrei St. Martin schenkten im Schneegestöber heißen Tee aus. Zwischen Krambrücke und Rathaus wimmelte es nur so von Turban- und Kronenträgern. Sie waren aus ganz Ostbayern gekommen, um bei der Aussendungsfeier dabei zu sein.

"Ihr seid wunderbar"

"Ihr seid wunderbar", rief Bischof Rudolf Voderholzer den Kindern bei der Andacht in der Georgskirche zu. "Ich möchte euch danken für euren großartigen Einsatz." Die Sternsinger seien Weihnachtsboten, Verkünder der frohen Botschaft von der Geburt des Menschenretters. "Ihr selbst seid ein Segen für die Menschen", betonte der Bischof. Wenn er den Schriftzug C+M+B an der Tür eines Hauses sehe, freue er sich jedes Mal. "Dann weiß ich: Hier waren die Sternsinger. Und hier wurden sie auch aufgenommen. Das ist ein gutes Zeichen, wenn man ein Haus betritt."

Bilder von Stephan Huber und Uli Piehler

Vor dem feierlichen Einzug in das Gotteshaus versammelten sich die Buben und Mädchen im Pfarrzentrum St. Georg zum Einkleiden und Schminken. Eng ging es da zu, aber auch fröhlich. Stolz präsentierten sich die Sternsinger aus Winklarn (Kreis Schwandorf) in ihren prächtigen Gewändern. Den wichtigsten Job hat bei ihnen der Jüngste in der Gruppe. Er darf den Stern tragen, auf dessen Rückseite der Spickzettel für die Segenssprüche prangt. Die Mädchen und Buben aus Winklarn sind mit dem Bus gekommen, zusammen mit den Sternsingern aus Thanstein, Kulz und Muschenried.

Keine ganz so weite Anreise hatten Kaspar, Melchior und Balthasar aus der Pfarrei Pittersberg. Ihren Spruch kann die zehnjährige Lisa Raß im Schlaf: "Ich, Melchior, hab eine goldene Kron, die schenk ich dem Kind, dem göttlichen Sohn." Lisa ist heuer schon zum zweiten Mal dabei. Die Pittersberger Sternsinger gehen wie die meisten Gruppen am Sonntag, 4. Januar, von Haus zu Haus. "Am Dreikönigstag können wir heuer nicht starten", erklärt Pfarrsekretärin Silvia Büchold. "Am Tag darauf ist ja schon wieder Schule."

Die Kerzen-Methode

Auch die Ministranten aus Luhe im Landkreis Neustadt sind schon am 4. Januar unterwegs. Wie sie es anstellen, dass der neun Jahre alte Leon Reichel ein schwarzes Gesicht bekommt, das führte Betreuer Georg Hirsch vor. Er hielt eine brennende Kerze unter einen Porzellanteller, um ordentlich Ruß zu erzeugen. Die schwarze Schmiere verteilte er zwischen Nase und Wangen des Buben. "Das ist ein uraltes Rezept", scherzte er. "So haben wir das schon vor 25 Jahren gemacht."

Viele Ministrantengruppen nutzten ihren Ausflug nach Amberg, um nach der Begegnung mit dem Bischof etwas in der Stadt zu unternehmen. Pizzaessen stand hoch im Kurs, auch in den Kinos dürften sich inkognito einige Sternsinger getummelt haben. Etliche Könige steuerten nach der Aussendungsfeier auch das Kurfürstenbad an. Der Ruß war da schon wieder abgewaschen.
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