Drewermann plaudert mit Max-Reger-Schülern: "Ein Geschenk für mich"
Verstehen statt verurteilen

Nach gut 90 Minuten Gespräch mit den Oberstufen-Schülern des Max-Reger-Gymnasiums am Freitagvormittag stellte sich die Frage: Wer hat davon profitiert? Dr. Eugen Drewermann jedenfalls schloss seine Ausführungen mit den Worten, "es war ein großes Geschenk für mich".

Die Schüler äußerten ihrerseits Begeisterung durch respektvollen Applaus, eine Menge interessierter Fragen und schließlich eine beachtliche Zeitspanne voller Konzentration. Davon war aber auch eine große Portion vonnöten, um dem Gedankenfluss des promovierten Theologen, Psychotherapeuten und Schriftstellers folgen zu können, dessen Name in der katholischen Kirche tabuisiert ist, wie er selbst erzählte, und der auch immer noch mit Repression zu kämpfen hat. In der ihm eigenen, spannenden und fundierten Art beantwortete er die Fragen der jungen Leute.

Lebensweisheit und Lebenswahrheit verbarg sich in seinen Aussagen und eine große Liebe zu dieser Literaturgattung, die weit mehr ist, als nur geschriebenes Wort. Damit kann Drewermann ja selbst perfekt umgehen. Ausgestattet mit umfangreichem Wissen, viel Erfahrung und rhetorischer Brillanz fesselte er sein Auditorium und weckte immer mehr Neugierde im jungen Publikum. "Mir machen die Fragen große Freude", äußerte er mehrfach und bemerkte, "ausgehend von Märchen sind wir zu lauter spannenden Fragen gekommen".

Man könne nicht über Märchen sprechen, ohne über das Leben zu sprechen. Mit seiner Art der Bibelinterpretation habe er den Menschen helfen worden. "Ich wollte keine Provokation": Seine Zielvorstellung sei "eine Blickveränderung - verstehen statt verurteilen".
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