Drittklässler wahre Waldmeister

Forstdirektor Richard Schecklmann (links), Sparkassenvertreter Matthias Götz (hinten Dritter von links), Schulamtsdirektor Peter Junge (Dritter von rechts), stellvertretender Landrat Franz Birkl (Zweiter von rechts) und Rektorin Conny Wrobel (rechts) gratulierten gestern bei der Siegerehrung in der Montessorischule den drei bestplatzierten Klassen der Waldjugendspiele. Bild: Steinbacher

Mehr als ein gewöhnlicher Waldspaziergang erwartete die Drittklässler des ganzen Landkreises bei den 46. Waldjugendspielen im Mai. Die Ergebnisse wurden gestern verkündet. "Wir wollen auf dem ersten Platz sein", übten sich die Pestalozzischüler aus Sulzbach-Rosenberg in Vorfreude. Zu Recht?

Mit Cowboy-Tanz, dem Lied "Ein Hoch auf uns" und einem Gedicht feierten insgesamt 26 Klassen - rund 530 Buben und Mädchen - der dritten Jahrgangsstufen aus Amberg-Sulzbach die Siegerehrung der Waldjugendspiele, die alljährlich vom Forstamt Amberg organisiert werden. Auf fünf Stationen hatten die Schüler am 19. und 20. Mai den Wald am Mariahilfberg erkundet, machten dabei so interessante und spaßige Sachen wie Turmbau, Blätterangeln und Zapfenzielwurf.

"Das Wichtigste für den Menschen ist seine Umwelt, die Tiere und Pflanzen", betonte Conny Wrobel, die Rektorin der Montessorischule, wo die Preisverleihung über die Bühne ging. Meistens seien es die Menschen, die das in Gefahr brächten. Deshalb sollten sich die Schüler das Motto "Wir schützen unsere Umwelt" auf die Fahnen schreiben, meinte Wrobel.

Bäume-App duftet nicht

Einen finanziellen Beitrag zur Aktion leistete die Sparkasse Amberg-Sulzbach. Ihr Vertreter Matthias Götz hob hervor, dass vor allem bei den aktuellen Temperaturen "Bäume als Schattenspender wichtig sind". Schulamtsdirektor Peter Junge, der für alle teilnehmenden Schulen sprach, hatte einen anderen Ansatz zum Thema Wald: Nach eigener Auskunft lud er sich kürzlich eine App herunter, bei der die Bilder der Bäume so echt wirkten, "dass ich gedacht habe, ich steh' plötzlich mitten im Wald". Aber "warum soll man dann überhaupt noch in den Wald gehen, wenn man ihn immer im Handy hat?", fragte Junge. Die Schüler wussten die Antwort: Die frische Luft kann man eben nur im Wald atmen und riechen. Auch die Stille kann man nur draußen im Naturreich genießen, fügte Junge hinzu: "Im Wald herrscht Stille und trotzdem hört man jede Menge".

Stellvertretender Landrat Franz Birkl hatte ein Mitbringsel der besonderen Art dabei: Den Schädelknochen eines Waldbewohners. Welchem Tier der wohl gehört?, wollte er wissen. Reh, Hase oder Gämse, schlugen die Kinder vor. Tatsächlich gehörte der Kopf einst einem Rehbock. "Schutz der Tiere ist auch Schutz der Menschen", gab Birkl den Schülern mit auf den Weg.

"Vor 200 Jahren haben sich die Leute um den Wald gekümmert, deshalb können wir ihn jetzt so erleben, wie er ist", sprach Forstdirektor Richard Schecklmann ein weiteres Thema an. "Und genauso machen wir es jetzt auch: Wir kümmern uns um den Wald für die nächsten Generationen in 100, 200 Jahren." Deshalb müsse man ihn schützen und gut erhalten. Die 3a der Pestalozzischule Sulzbach-Rosenberg stand dann schließlich bei der mit Spannung erwarteten Siegerehrung ganz oben auf dem "Stockerl". Der Zapfenzielwurf hatte für sie den Ausschlag gegeben - hier war keine andere Schule besser gewesen. Zur Belohnung gab es für jeden Drittklässler ein Brettspiel.

Beim Ster-Schlichten top

Die Montessorischule und die Grundschule Königsstein hielten sich mit ihren Ergebnissen die Waage - sie hatten mit jeweils 629 Punkten genau Gleichstand. Gute Leistungen beim Ster-Schlichten, Blätterangeln und der Ratestaffel brachten ihnen den geteilten zweiten Platz ein. Dabei war die 3b der Grundschule Königstein die beste Klasse beim Ster-Schlichten gewesen. Als Preis erhielten alle Zweitplatzierten jeweils ein Ringwurfspiel. Der dritte Sieger hieß Grundschule Ammersricht.
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