Düstere Prognose bei Gewerkschafts-Senioren
Im Alter häufiger arm

Nobelkarosse und Sportwagen vor der Amberger Tafel? Vorsitzender Bernhard Saurenbach räumte bei einem Treffen mit Senioren der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (BAU) mit diesem sich hartnäckig haltenden Vorurteil auf: "Ich sehe nichts Verwerfliches daran, wenn ein Nachbar, Bekannter oder Freund einen Bedürftigen mal mit seinem Mercedes oder BMW zur Tafel bringt und diesen damit lange Fußwege erspart. Im Gegenteil, ich sehe es als das was es ist: Hilfsbereitschaft gegenüber Bedürftigen."

Armut entsteht durch die seit Jahren steigende strukturelle Sockelarbeitslosigkeit, durch persönliche Schicksalsschläge, durch unzureichende Förderung von Menschen mit geringerem Leistungsvermögen, durch befristete und Teilzeitarbeitsverhältnisse, durch prekäre Beschäftigung und nicht zuletzt durch die Absenkung der Leistungen in der gesetzlichen Rentenversicherung, sagte Saurenbach bei dem Treffen im Hubertushof. Dies seien auch die Ursachen dafür, dass die Altersarmut in Zukunft weiter ansteigen werde.

Indem sie Bedürftige als nutzlos brandmarkt, erhalte sich die gesellschaftliche Elite ihre Vorrechte und legitimiere damit ihren Reichtum. Der Wirtschaft diene die Unterschicht als Drohkulisse. Mit diesem Schreckensbild ließen sich Löhne bestens drücken. Dies zeige auch die aktuelle Diskussion um den Mindestlohn. Saurenbach: "Es ist einfach unanständig, Menschen für weniger zu beschäftigen." Der Tafel-Vorsitzende sprach damit den Gewerkschafts-Senioren aus dem Herzen.
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