Eigenheim hoch im Kurs

Aufklappbar und gut zu transportieren: Solch ein Eigenheim gibt es lediglich für Kinder zum Spielen. Den Vertretern der Sparkasse, Vorstandsmitglied Werner Dürgner (rechts) und Immobiliencenter-Chef Siegbert Gmey (Zweiter von links), und der LBS, Regionaldirektor Rudolf Pizl (Zweiter von rechts) und stellvertretender Pressesprecher Dominik Müller, diente es als Deko beim Immobilien-Gespräch. Bild: Steinbacher

Die Nachfrage ist groß. Kommt ein passendes Objekt auf dem Markt, ist es schnell wieder weg. Viele Bürger setzen nach wie vor auf ein Eigenheim - ob neu gebaut oder gekauft. Warum dies so ist, wissen die Experten von Sparkasse und LBS.

"Wohnen muss jeder Bürger, das ist ein Grundbedürfnis", sagt Werner Dürgner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Amberg-Sulzbach. Gemeinsam mit seinem Bank-Kollegen Siegbert Gmey und den beiden Vertretern der Bausparkasse LBS erklärt er die Hintergründe, warum ein Eigenheim bei vielen Bürgern nach wie vor hoch im Kurs steht. Eine Immobilie zu besitzen, sei auch in der heutigen Zeit noch eine Lebensaufgabe für ganz viele Menschen.

"Historisch niedrig"

Dürgner zitiert eine Statistik, wonach ein Eigenheim für Menschen in Bayern die beliebteste Form des Vermögensaufbaus ist. Gleich dahinter komme der Bausparvertrag. "Er ist hoch anerkannt bei den Bürgern." Sowohl er als auch seine Kollegen sprechen von einem momentan günstigen Umfeld für Bau oder Erwerb eines Eigenheimes. Da sei zum einen hohe Arbeitsplatzsicherheit und Einkommenszuwachs, zum anderen der Finanzierungszins, den Dürgner als "historisch niedrig" bezeichnete. "So etwas habe ich persönlich noch nie erlebt", sagte der langjährige Bank-Mitarbeiter.

Dass die Nachfrage nach Immobilien groß ist, merke man auch in der Region. "Wir könnten noch weit mehr Immobilien vermitteln", erklärt er. 2014 seien es 109 Objekte gewesen, deren Wert 14,4 Millionen Euro betragen habe. Außerdem seien im vergangenen Jahr Wohnbaukredite in Höhe von 104 Millionen Euro zugesagt worden - und damit 20 Prozent mehr als 2013. Der Trend zu Bau oder Kauf eines Hauses dürfte sich seiner Einschätzung nach heuer fortsetzen. Rudolf Pizl, Regionaldirektor der LBS Bayern, sah in den Zinsen (derzeit zwei Prozent) zur Finanzierung große Chancen, aber auch Tücken - "wenn sie sich nämlich wieder in die andere Richtung bewegen und dann bei sechs bis acht Prozent liegen".

Die Zinssicherung sei bei der Finanzierung der Immobilie das Gebot der Stunde. Ein klassisches Instrument dafür sei der Bausparvertrag: "Was auf der Urkunde steht, gilt für die Laufzeit." Seinen Worten nach hat die LBS im vergangenen Jahr fast 3300 Verträge mit einer Bausparsumme von 123 Millionen Euro vermittelt. Pizl kam auch auf die staatliche Förderung zu sprechen: Wohn-Riester, auch als Eigenheim-Rente bekannt. Durch diese individuell zugeschnittenen Finanzierungsmodelle würden sich auch bisherige Mieter trauen, "zu bauen und zu investieren", sagte Siegbert Gmey, Leiter des Immobiliencenters der Sparkasse.

Länger im eigenen Haus

Ein Wandel sei aber heute dennoch spürbar. So wohnen die Menschen laut Werner Dürgner länger in ihrem eigenen Haus als früher und nehmen im Alter eben entsprechende ambulante Dienste in Anspruch. Ob junge Menschen der Region die Treue halten, hängt seiner Erfahrung nach häufig von Arbeitsplätzen ab. Klappt dies, "bleiben sie auch hier - und leben vielfach auf dem Land".
Weitere Beiträge zu den Themen: Sparkasse (9729)Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.