Ein Glastisch Marke Eigenklau

Es ging auch mal ohne Handy und Smartphone. Einige Ältere haben sie erlebt, die Zeit ohne Mobilfunk, in der man ein kleines gelbes Häuschen aufsuchen musste, wenn man von unterwegs jemanden anrufen wollte. Die Kabine, in der es meistens nicht gut roch, hatte eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter, an ihrer inneren Rückwand war ein Fernsprechapparat angebracht - bei dem mitunter der Hörer fehlte. Telefonzelle nannte sich die Errungenschaft. Gibt's noch heute. Aber recht selten und in anderer Farbe. Zum Beispiel in der Philipp-Melanchthon-Straße. Der Hörer hängt noch. Dafür sind zwei Scheiben weg.

Unter den Nagel gerissen hat sich diese am Dienstagmorgen ein 33-jähriger Amberger. Mit Hilfe seiner Füße. Kurz nach 6 Uhr trat er die beiden unteren Glasscheiben aus den Dichtungen, klemmte sich seine Beute unter die Arme und lief davon.

Gut, dass es heutzutage Mobiltelefone mit Kamera gibt: Ein Zeuge fotografierte den Dieb und übergab die Bilder der Polizei. Die kennt ihre Pappenheimer: Einige Beamte identifizierten den Abgebildeten. Donnerstag früh nahm man ihn in der Nähe seiner Wohnung fest. Originalton von Polizeisprecher Peter Krämer: "Er räumte den Diebstahl auch sofort ein und führte die Beamten in sein Wohnzimmer, wo er aus den Glasscheiben im Wert von 400 Euro einen Tisch gebaut hatte." Den durfte der 33-Jährige natürlich nicht behalten. Die Ordnungshüter stellten die Scheiben sicher und nahmen den Mann zur Vernehmung mit auf die Wache. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. (kan)
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