Ein Klassiker im Advent

Martina Engelhard spielte unter anderem "Wachet auf, ihr Menschenkinder" auf der Harfe.

"Af Weihnachtn zou!" - für viele Freunde der Oberpfälzer Volksmusik war auch die 34. Auflage des Amberger Adventssingens eine Pflichtveranstaltung. Wie immer bescherte es dem Stadttheater ein volles Haus.

Ein abwechslungsreiches Programm hatte Kreisheimatpflegerin Martha Pruy für diese vorweihnachtliche Feierstunde zusammengestellt. Insgesamt acht Instrumental- und Gesangsgruppen waren auf der Bühne des Stadttheaters zu sehen, dazu mit Reinhold Escherl ein Sprecher, der aus dem Adventssingen nicht wegzudenken ist. Außerdem sorgten die Hirtenkinder der Freudenberger Bauernbühne unter Leitung von Barbara Söllner für nachdenkliche Stimmung bei ihrem Weihnachtsspiel, das ein ganz aktuelles Thema zum Inhalt hatte.

Ruhepunkt in der Hektik

Bürgermeister Martin Preuß bezeichnete das Adventssingen als einen wohltuenden Ruhepunkt in der Hektik der Vorweihnachtszeit. Er dankte den Organisatoren, besonders Martha Pruy, allen Mitwirkenden und den Schülern der Dreifaltigkeits-Schule für die gelungene Bühnendekoration. "Tauchen wir gemeinsam ein in diese besondere Atmosphäre", lautete sein Wunsch an die Zuhörer.

Es waren die Weisenbläser "D'Blechhaufn", die Blecherne Saitn, die Koferer Sänger, die Gruppe Harmonie, die Alphorngruppe Vogelwild, Martina Englhard an der Harfe und der gemischte Chor Hahnbach (Leitung Andreas Hubmann), die mit Reinhold Escherl auf der Bühne Platz gefunden hatten. Jede Gruppe hatte mehrere Auftritte, die aber so getimed waren, dass über 30 Programmpunkte in knapp 90 Minuten zu erleben waren. Nahtlos gingen die Beiträge ineinander über.

Mit viel Andacht gespielt

Nach der Eröffnung durch die Weisenbläser sprach Reinhold Escherl einen Text von Helmut Zöpfl: "As letzte Blattl..durch unsa Lebm begleit." Dann hatten die Blechernen Saitn mit Zither und Tuba ihren ersten Auftritt. "Referie" wurde mit Andacht und Ausdruck schön gespielt, ebenso erfreuten diese Musiker später mit "Lied ohne Worte" und "Des Kindestraum". Die Koferer Sänger, unterstützt von der Zither, präsentierten sich als ein ausgesprochen homogenes Quartett mit hoher Stimmkultur, die mit den Beiträgen "In Nacht und Dunkel", "Vor mir, brauchst de net fürchten", "Auf, auf, es ist scho Tag" einen starken Eindruck hinterließen.

Ein besonderes Erlebnis war Martina Englhard an der Harfe, die mit "Wachet auf, ihr Menschenkinder", einem Menuett aus Sachrang, Variationen über "O du fröhliche" und einem Salzburger Tänzchen für Wohlklang sorgte. Die Gesangsgruppe Harmonie, von den Blechernen Saitn kollegial unterstützt, brachte mit "Wir warten auf das Licht", "Ihr Christen, freuet euch"; "Wieder naht der heilige Stern" adventliche Botschaften zum Klingen und hatten den Adventsjodler im Programm.

Die Weisenbläser "D'Blechhaufn" konnten bei "Kummts, Broida, schauts no her", "Als ich bei meinen Schafen wacht", und "Päita, stäih af" mit strahlendem Blech glänzen. Alphornbläser auf der Bühne - diese (schwierigen) Instrumente gut geblasen, sind stets ein Erlebnis. Mit "Bim Wägchrüz", "Am Dorfrand" und "Bim Weidgatter" zeigte sich die Alphorngruppe Vogelwild von ganz starker Seite. Eine echte Bereicherung war der Gemischte Chor Hahnbach. Dessen Lieder "Advent is a Leuchtn", "Herr, send herab uns deinen Sohn", "Lass erschallen die Posaune" und "Dort oben vom Berge" wurden nicht nur mit dynamischer Beweglichkeit gesungen, sondern überzeugten durch gute Textverständlichkeit.

Wieder etwas ganz Besonderes boten die Hirtenkinder der Freudenberger Bauernbühne. Zwei Engel bringen den Hirten die Botschaft, dass der Heiland geboren sei und sie nach Bethlehem gehen sollten. Und die Hirten packen in ihren Korb viele Dinge ein, die das Christkind brauchen könnte. Doch bevor sie losgehen, kommen Gruppen von vertriebenen Menschen zu ihnen, die am Ende ihrer Kräfte sind und um Hilfe bitten. Und so werden die fürs Christkind gedachten Geschenke an diese armen Menschen verteilt. Doch das Wunder geschieht: Als sie allesamt mit ihrem nun vermeintlich leeren Korb mit schlechtem Gewissen ihre Anbetung erweisen, ist der Korb durch ein Wunder wieder bis zum Rand gefüllt. Eine eindringliche Umsetzung des Bibelwortes "Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Gemeinsam gesungen

Besonders auch die Texte, die Escherl ausgewählt hatte und nachdrücklich rezitierte, trugen zur Atmosphäre bei. Zum Beispiel Zöpfls Text "Friedn, hom d'Engl gsunga...blos pfeifa!" mit der Botschaft: gesungen haben sie, nicht geredet! Unaufgeregt, aber mit ganz starker Intensität vermittelte Escherl diese Gedanken. "Es wird scho glei dumpa" - begleitet von den Weisenbläsern - gemeinsam stimmten Akteure und Besucher dieses Adventslied an. Dann erst gab es den verdienten Applaus für alle Mitwirkenden.
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