Ein Konzept für was?
Angemerkt

Über diese Frage lässt sich immer trefflich streiten: Soll eine Stadt konkret regeln, was an welcher Stelle verkauft werden darf? Die Diskussion im Bauausschuss machte deutlich, dass auch die gewählten Stadträte keine Patentlösung parat haben. Sie haben vor einigen Jahren ein solches Konzept beschlossen, müssen aber sehenden Auges miterleben, dass sich manche Discounter auf der Grünen Wiese nicht viel darum scheren.

Wenn ein Lebensmittelmarkt auch Jeans verkauft, ein Discounter Stereoanlagen anbietet oder mal wieder saugünstige Schuhe im Angebot hat, dann folgt er der Strategie des Konzerns und nicht den Vorgaben der Stadt. Das weiß hier auch jeder und nimmt es - vielleicht mit mehr oder minder großen Magenschmerzen - zur Kenntnis.

Es ist verständlich, dass jetzt der ein oder andere Stadtrat der Meinung ist, ein Einzelhandelskonzept sei dann ohnehin überflüssig, wenn sich ja kaum jemand daran halte. Dem kann man aber dagegenhalten, dass es zumindest eine Art Schutzschild gegen das Ausbluten der Innenstadt darstellt. Es ist eben mit Konzept nicht generell möglich, innenstadtrelevante Sortimente wie Bekleidung, Bücher, Brillen oder Sportartikel anzubieten.

Auf der anderen Seite passiert das aber in der Realität. Es gibt an der Fuggerstraße einen großen Schuhladen, an den Franzosenäckern werden große Mengen Spielwaren angeboten und Unterhaltungselektronik gibt es mit Sicherheit nicht nur in der Innenstadt zu kaufen. Warum also etwas regeln, was tatsächlich längst aus dem Ruder gelaufen ist?

Insofern hat Bernhard Schöppl tatsächlich recht: Der Markt soll sich doch selbst regulieren, einen Fliesenleger wie ihn, der mit seiner Ware auch handle, würde ja schließlich auch keiner vor Baumärkten und anderen Baustoffanbietern schützen. Oder wie formulierte es Parteikollege Helmut Weigl: "Wir sind doch die Ersten, die weiche Knie kriegen, wenn jemand kommt und sich hier ansiedeln will." Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Im Blickpunkt Hochwasserschutz im Eiltempo

Amberg. (upl) Gestern war er Thema im Bauausschuss, heute befasst sich der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Hochwasserschutz für die Stadtteile Wagrain, Ammersricht und Neumühle. Das Gremium kommt um 15 Uhr im Mittleren Rathaussaal zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Entwicklung der Schülerzahlen an der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule. Außerdem beraten die Stadträte über die Höhe der Entschädigung für die Mitglieder der Ausschussgemeinschaften.
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