Ein Rundkurs für die Hunde

Hundehalter im Naherholungsgebiet Fuchsstein: Auf dem Weg, der nach links führt, gilt künftig Leinenzwang. Wer rechts abbiegt, darf seinen Vierbeiner frei laufen lassen. Schilder weisen auf die Regelung hin. Bild: Hartl

Ein ganzes Jahr lang haben Hundehalter, Jäger, Naturschützer, Segelflieger Jogger mit Politikern und Behördenvertretern diskutiert. Nun sind die Spielregeln für das Naherholungsgebiet Fuchsstein endlich in trockenen Tüchern.

Wenn der Stadtrat am 23. November zu seiner nächsten Sitzung zusammentritt, dürfte die Zustimmung zum vorgelegten Konzept nur noch Formsache sein. Es sieht vor, dass Hunde nur auf bestimmten Wegen von der Leine gelassen werden dürfen. Zusätzlich hat das Ordnungsamt einige kleinere Flächen ausgewiesen, auf denen die Vierbeiner herumtollen können.

Das sei im Wesentlichen der Kompromiss, der sich nach der Diskussionsveranstaltung im Juni im Rathaus herauskristallisiert habe, erklärte Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko am Donnerstagnachmittag im Umweltausschuss. Er zeichnete noch einmal den Abwägungsprozess nach, der sich über ein ganzes Jahr hingezogen hat. Gegen das vorgesehene Verbot, Hunde frei laufen zu lassen, habe es eine große Zahl an Einwendungen gegeben, berichtete er. Die Stadt habe davon aber aus naturschutzfachlichen Gründen nicht abrücken können. Das Ammerbachtal mit seinen mageren Wiesen sei nicht nur Brutstätte von Vögeln, sondern auch Weideland für Schafe.

"Die Schafbeweidung ist für den schützenswerten Charakter der Landschaft sehr wichtig", erläuterte Mitko. "In diesen Bereichen müssen die Schafe daher Vorrang vor dem Freilauf von Hunden haben." Eine zeitliche Aufhebung des Freilauf-Verbotes im Winter sei auch nicht in Betracht gekommen, da das Gelände auch Lebensraum für Niederwild sei, das insbesondere in der kalten Jahreszeit geschont werden müsse.

Im neunköpfigen Umweltausschuss herrschte nahezu Einvernehmen darüber, dass die Regelung jetzt so beschlossen werden soll. Nur Stadträtin Emilie Leithäuser (FDP) plädierte dafür, das Paket noch einmal aufzuschnüren und den Leinenzwang komplett zu streichen. "Ich habe schon ein Herz für Hunde", sagte sie. "Wenn sie nicht laufen können, sind sie nicht glücklich." Worauf Naturschutzbeirat Rudolf Leitl (Landesbund für Vogelschutz) darauf hinwies, dass für landwirtschaftliche Flächen in der Vegetationszeit ein generelles Betretungsverbot gelte, das auch die Stadt nicht einfach aushebeln könne. Grünen-Stadtrat Hans-Jürgen Bumes sprach von einem guten Kompromiss: "Wir sollten die Diskussion jetzt nicht wieder auf Null zurückdrehen." Darauf verständigten sich die Ausschussmitglieder dann mehrheitlich (nur Leithäuser stimmte dagegen), womit die Verordnung am 1. Januar 2016 in Kraft treten kann, wenn auch der Stadtrat sein Placet gibt.
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