Ein Schelm wie Wilhelm Busch

Professor Wolf Butter begeisterte das Publikum für Wilhelm Busch. In der Stadtbibliothek gestaltete er einen Musik- und Poesieabend über den humoristischen Dichter und Zeichner. Bild: cwo

Es hätte ein Treffen im Wohnzimmer einer der 30 Gäste sein können: So gelöst war die Atmosphäre beim Wilhelm-Busch-Abend in der Stadtbibliothek. Mit tiefer, rauchiger Stimme führte Professor Wolf Butter durch das Leben des humoristischen Dichters.

Der Übergang zwischen Erzählungen, Versen und Liedern am Klavier gelang dem Berliner Schauspieler bei dem Musik- und Poesieabend am Dienstag fließend. "Nun war dieser Wilhelm - man würde heute sagen - ein schwer erziehbares Kind", erklärte Butter und verdeutlichte mit einem Blick auf "Max und Moritz", dass viele der Werke autobiografische Züge tragen.

Anschaulich zeichnete er das Bild eines Mannes, der "Genussmensch durch und durch" war, sich von einer jungen Frau zur "Frommen Helene" inspirieren lies, aber auch leise und politische Töne anschlug. "Umso älter unser Wilhelm wurde, desto schwärzer wurde sein Humor", erklärte Butter. Sein eigenes schelmisches Grinsen in Kombination mit Buschs raffiniertem Wortwitz kam gut an. Die Gäste lachten viel, kommentierten und vollendeten Verse und sangen bei einem Lied mit.

Plastisch vorgetragen

"Es war so plastisch vorgetragen, dass man das richtig miterlebt hat", sagte Brigitte Wendl über den Abend. Nikoline Mayer war bereits bei Butters Kästner-Abend im vergangenen Jahr. "Mir gefällt einfach sein schauspielerisches Talent", erzählte sie und überlegte gemeinsam mit ihrem Mann, wo ihr eigenes großes Wilhelm-Busch-Buch abgeblieben war.

Butters Ziel, die Gäste für den Dichter zu begeistern, ging demnach voll auf. "Wilhelm war ein Shooting-Star der damaligen Zeit", erklärte er und ermunterte die Gäste, auch dort weiterzulesen, wo die Bildergeschichten aufhörten. "Für Wilhelm Busch ist man nie zu alt oder zu jung."
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