Ein verliebter Elch als Rezeptesammler

Verlagsleiter Wolfgang Benkhardt, Autorin Angelika Przybilla und Bürgermeister Martin Preuß (von links) bei der Buchvorstellung. Bild: gf

Dieses Kochbuch enthält Rezepte für den kleinen Hunger, aber auch für das opulente Festmahl. Schon beim Lesen läuft einem das Wasser im Munde zusammen.

Meist müsse er den Oberbürgermeister vertreten, heute dürfe er das, betonte Bürgermeister Martin Preuß im geradezu überfüllten Café Zentral bei der Vorstellung des Kochbuches "Gerichte und Gedichte - Kochen mit Kunst & Poesie". Zusammengestellt hat es die Malerin, Schriftstellerin und engagierte Hobby-Köchin Angelika Przybilla, enthalten sind darin eigene Kreationen und im Freundeskreis gesammelte Rezepte.

Preuß meinte, dass hier ein Kochbuch der besonderen Art gelungen sei. Daniela Hottner unterstrich die Gemeinsamkeit mit der Küche des Café Zentral, nämlich die Verwendung regionaler Produkte. Besonders freue es sie, so Daniela Hottner, dass eines ihrer Highlights, "Zentis lauwarmer Spaghetti-Salat", in "Gerichte und Gedichte" zu finden sei.

In Zeiten des World Wide Webs, gesimster Nachrichten, von Shitstorms, unzähligen Kochbuchblogs und Rezeptesammlungen im Internet steche das von Angelika Przybilla kreierte poetische Kochbuch, in das die Geschichte der Bärendame Britta und des Elchs Moose eingefügt ist, wirklich heraus, betonte Wolfgang Benkhardt, der Leiter des Buch & Kunstverlags Oberpfalz. Viel Interessantes hätten Britta und Moose auf ihrer Weltreise erlebt, von der sie mit tollen Rezepten wieder in ihre Oberpfälzer Heimat zurückgekehrt seien. Das Kochbuch falle auch durch eigene Kunstwerke von Przybilla und die einfühlsame Gestaltung durch Fabian Baumgartner aus dem üblichen Rahmen.

Echter Hingucker

Es mag ein Fingerzeig von oben gewesen sein, merkte Benkhardt an, dass gerade in der Zeit, als Angelika Przybilla an ihrem Kochbuch arbeitete, im Bayerischen Wald ein Elch in freier Wildbahn gesichtet wurde, und die Deutsche Post bei ihrer Serie zur Wiederbesiedlung mit heimischen Wildtieren einen Elch auf einer 55-Cent-Briefmarke abdruckte. Das Cover des Kochbuchs sei ein echter Hingucker, urteilte Benkhardt, das Layout stimmig und pfiffig. Zum Inhalt meinte der Verlagsleiter, dass nur im Alltag erprobte Rezepte aufgenommen wurden, die sich gut nachkochen lassen. Wie die Autorin an die bestens gehüteten Rezepte ihrer Freundinnen herangekommen ist, werde sicherlich ein Geheimnis bleiben.

Im Stile eines Poesiealbums

Angelika Przybilla legt allergrößten Wert auf regionale Produkte. Schreiben, kreatives Gestalten und Kochen bringt sie unter einen Hut. Sie baut den zwölfteiligen Kunstzyklus, die Bildergeschichte von einem unsterblich in eine Bärendame verliebten jungen Elch, im Stile eines Poesiealbums in das Bio-Kochbuch ein. Den Elch Moose zieht es in die weite Welt hinaus, er kommt nach Texas, Afrika, Indien und China. Überall sammelt er leckere Rezepte, kehrt dann aber doch gerne in die Oberpfalz zurück, wo er sich an einem einfachen Schnittlauch-Butterbrot oder den Seugaster Rindsrouladen erfreut.

Elch und Bärin heiraten

Natürlich gibt es für Britta und Moose ein Happy End, sie heiraten in der Oberpfalz. Das Hochzeitsmenü: feine Gemüsesuppe mit Pfannkuchenfädchen, Schweinebraten mit Breckala-Knödeln.

Musikalisch begleitet haben die Buchvorstellung Barbara Klara Hofbauer und Paula Herrneder.
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