Einbruchsserie endet in Amberg

An dieser Tankstelle in der Bayreuther Straße endete die Einbruchserie Anfang Februar. Bild: Huber

Sie kamen immer nachts. Drei Mal brachen sie in Tankstellen ein, dann klickten die Handschellen - auf frischer Tat ertappt. Nun gab es Haftstrafen für das Komplizen-Trio. Der Richter war dennoch sehr unzufrieden.

Neun Tage trieben die Männer ihr Unwesen. Drei Verkaufsräume von Tankstellen der gleichen regionalen Kette wurden in dieser kurzen Zeit aufgebrochen. Die Beute war immer das Zigaretten-Reservoir - Hunderte, ja Tausende von Schachteln wurden eingesackt und abtransportiert.

Zuerst in Grafenwöhr

Der erste Bruch ereignete sich am 25. Januar dieses Jahres in Grafenwöhr; nachts, irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr. Ein 31-Jähriger, der sich nun vor Gericht zu verantworten hatte, und "weitere, unbekannte Täter", wie es in der Anklageschrift hieß, hatten das Objekt an der Neuen Amberger Straße ausbaldowert und kamen in zwei Fahrzeugen zum Tatort. Dass es mindestens fünf Personen waren, zeigten Videobilder der Tankstelle, die die Polizei später auswertete. Drei der Männer brachen über eine Hintertür ein, zwei hielten die Fluchtfahrzeuge am Laufen. Die Beute: Zigaretten im Verkaufswert von 10 000 Euro. Der Sachschaden: 2000 Euro am Zugang zum Verkaufsraum.

Weil es gar so gut gegangen war, ließ der nächste Einbruch nicht lange auf sich warten. Am 29. Januar hatten die Männer eine Tankstelle an einer Nabburger Ausfallstraße im Visier. Das Vorgehen war das gleiche: hinfahren, Brecheisen einsetzen und sich kurz zurückziehen. Als auch hier klar wurde, dass mit keiner unliebsamen Störung durch die Ordnungshüter zu rechnen war, drangen die Diebe gegen 1.44 Uhr ein und räumten die Zigaretten-Regale aus. In diesem Fall summierte sich der Entwendungsschaden auf fast 8000 Euro, der Sachschaden betrug 800 Euro. Zwei der Täter wurden später überführt.

Das Verhängnis ereilte die professionell vorgehenden Komplizen eine knappe Woche später in Amberg. Es war 1.14 Uhr, die Tankstelle am Rande des Stadtzentrums sollte eigentlich ein Kinderspiel werden. Tatsächlich gelang das Eindringen mühelos. Aber diesmal hatten die Verbrecher die Rechnung ohne die Polizei gemacht. In flagranti wurden drei Täter gefasst - einer davon als Fluchtautofahrer, der nicht mehr dazu kam, seiner Aufgabe gerecht zu werden. Die Zigaretten wurden sichergestellt und der Tankstelle zurückgegeben. Der Sachschaden von 1000 Euro blieb.

Natürlich lag es nahe, das Trio als Bande zu definieren und ihm schweren, gewerbsmäßigen Bandendiebstahl vorzuwerfen. Genau das tat Staatsanwältin Dr. Isabel Rupprecht, als es zur Verhandlung vor dem Schöffengericht am Amtsgericht kam. Alles sprach für die Banden-Theorie, aber sie war schwer nachzuweisen. Daher ließ sich das Gericht schließlich auf eine Absprache mit der Verteidigung ein: Die Männer würden gestehen, nur nicht, dass sie als Bande unterwegs waren. Im Gegenzug wurde die mögliche Haftdauer begrenzt. So kam es dann auch. Gut für die Anklage war, dass sich die Täter regelmäßig hatten filmen lassen. Das Landeskriminalamt wertete die Videos aus, so dass man wenigstens einen aus dem Trio zweifelsfrei identifizieren konnte.

Bewährung für drei Täter

Während der 21-jährige Fahrer des Fluchtautos nur zehn Monate auf Bewährung bekam, traf es die beiden anderen etwas härter, denen per Geständnis und Spurensicherung zwei bzw. drei Taten nachgewiesen wurden. Ein 34-Jähriger wurde zu einem Jahr und fünf Monaten, ein 31-Jähriger zu zwei Jahren Haft verurteilt. Auch in diesen Fällen wurde die Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt.
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