Einbrüche bereiten viel Kummer

Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (Zweiter von links) besprach mit dem Leiter der Kriminalpolizei Amberg, Wolfgang Meier (links), und den Kommissariatsleitern (von links) Bernhard Kelsch, Helmut Reinhardt und Harald Menzyk eine Reihe von Themen. Bild: hfz

Die zunehmende Zahl von Einbrüchen in unserer Region macht nicht nur der Polizei Sorgen. Auch die Politik kümmert sich. MdL Harald Schwartz informierte sich.

Da sich die Berichte über Einbrüche häufen, besuchte Landtagsabgeordneter Harald Schwartz die Kriminalpolizei in Amberg. "Das Bedürfnis der Bürger nach Sicherheit ist zurecht sehr groß. Daher ist es mir wichtig, aktuelle Informationen direkt von der Polizei zu erhalten und auch Anregungen für gesetzliche Veränderungen mitzunehmen", so Schwartz laut Pressemitteilung.

Täter unterscheiden

Der Leiter der Kripo, Wolfgang Meier: "Wir verzeichnen seit Monaten eine wachsende Zahl von Einbrüchen in Privathäuser, Betriebe und auch Vereinsheime. Dabei ist es jedoch wichtig, die Tätergruppen zu unterscheiden. Delikte, die dem Bereich der Beschaffungskriminalität zuzuordnen sind, sind wesentlich leichter aufzuklären. Da die Täter zumeist in der Region ansässig sind, ist auch die Aufklärungsquote dieser Straftaten entsprechend höher", betonte Meier. Davon unterschieden werden müsse jedoch die Bandenkriminalität, die organisiert und gezielt vorgehe und oft grenzüberschreitend agiere. "Gerade die organisierte Einbruchskriminalität ist ein schwieriger Bereich. Wir haben es hier häufig mit Banden aus Osteuropa zu tun, die direkt nach der Tat wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Die Einbruchsgebiete und die personelle Besetzung der Banden wechseln dabei, die Täter hinterlassen oftmals wenig Spuren, so dass wir kaum Ansatzpunkte zur Ermittlung haben", unterstrich der Amberger Kripo-Chef.

Um diese Problematik in den Griff zu bekommen, setzt die Polizei verstärkt auf Fahrzeugkontrollen. "Im Vergleich zum Vormonat verzeichnen wir zwar momentan einen Rückgang der Einbrüche, liegen jedoch im Jahresdurchschnitt deutlich über den Zahlen des Vorjahrs", fügte Meier an. Schwartz ergänzte, dass nicht nur verstärkte Kontrollen in Bayern der Ansatz sein dürften. "Wir müssen auch unsere osteuropäischen Partnerländer mit in die Verantwortung nehmen. Auch dort muss die Verfolgung der Straftaten und der Tätergruppen intensiviert werden. Ansonsten müssen wir darüber nachdenken, vorübergehend Grenzkontrollen wiedereinzuführen", machte Schwartz seine Meinung deutlich. In diesem Zusammenhang berichteten die Kriminalpolizisten dem Parlamentarier auch von Hürden im Rechtssystem.

Zwar gebe es in Schwandorf eine gemeinsame Koordinierungsstelle der deutschen und tschechischen Polizei, die auch gut funktioniere. Aber gerade bei Rechtshilfeersuchen der Justiz bei konkreten Ermittlungsverfahren sei eine direkte Kontaktaufnahme und ein direkter Informationsaustausch mit den ausländischen Kollegen nicht gerichtsverwertbar.

Verfahren zu langsam

"Hier müssen wir derzeit den Weg über die Staatsanwaltschaft, Übersetzer und Genehmigungen gehen. Gerade bei schnell agierenden Banden ist dieses rechtliche Verfahren einfach zu langsam."

Neben den Einbrüchen berichteten Meier und seine Kollegen vor allem auch von der Zunahme der Fallzahlen der Cyberkriminalität über das Internet. "Da die Täter diese Verbrechen von jedem internetfähigen Standort der Welt aus verüben können, haben wir hier eine verhältnismäßig niedrige Aufklärungsquote. Hilfreich wäre die Verlängerung der Vorratsdatenspeicherung auf beispielsweise sechs Monate. "
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