Eine Kiste voll Theaterglück

"Diebstahl im Stadtmuseum" hieß das Stück der Theaterspieler aus der Luitpold-Mittelschule. Die Kostüme und Requisiten waren alle selbst gemacht.

"In dir muss brennen, was du in anderen entfachen willst" - mit diesen Worten eröffnete Regierungsschuldirektor Richard Glombitza gestern den Oberpfälzer Schultheatertag. Und in den Kindern brannte so einiges: Kreativität, Talent und jede Menge Energie.

(sbi/okt) Nein, die rund 250 Gäste des Amberger Stadttheaters warteten nicht darauf, bis endlich der Vorhang aufging. Sie interessierte etwas ganz anderes: Was steckte bloß in dieser imaginären Kiste, von der die ganze Zeit die Rede war? Mit dem Motto "Eine Kiste voll spannender Theatermomente" hatten die Organisatoren des Oberpfälzer Schultheatertags die Gäste neugierig gemacht. Die Veranstaltung ging gestern mit acht Oberpfälzer Theatergruppen aus Grund- und Mittelschulen sowie den Sonderpädagogischen Förderzentren über die Bühne. Glombitza machte Lust auf mehr: "Das Publikum erwartet eine Schatzkiste voller Ideen", sagte er.

"Das beste Sozialtraining"

Den Anfang machten die Buben und Mädchen aus Ammersricht, die die Vergänglichkeit des Lebens - dargestellt am Leben einer Eintagsfliege - thematisierten. "Die Theatergruppe ist das beste Sozialtraining für die Schüler", sagte die betreuende Lehrerin Martina Tobollik. Maria Treml-Paskowski, Lehrerin an der Luitpold-Mittelschule erzählte, dass sie mit ihrer Klasse für das Stück "Diebstahl im Stadtmuseum" seit Oktober einmal wöchentlich geübt habe. Die Kostüme und Requisiten seien alle selbst gemacht, das meiste haben sie aus Tischdecken hergestellt.

Die Proben seien allerdings teilweise schwierig gewesen - "manchmal war das Handy halt wichtiger als die Aufführung". Schülerin Fjonda Vishesella verkörpert in dem Stück die Rolle der Hausmeisterin, für die sie das erste Mal auf einer Theaterbühne stand. "Viel Überwindung hat es eigentlich nicht gekostet, es hat richtig viel Spaß gemacht", sagte Fjonda. Die Luitpoldschülerinnen Lara, Diana und Julia verspürten gestern fast keine Aufregung. Anders war es, als sie vor ein paar Wochen das Stück vor ihren Mamas und Papas aufführten. "Da muss man sich schon richtig anstrengen, wenn die Eltern dabei sind", erzählten die drei.

Vor der Schwarzlicht-Aufführung "Nachts im Park" der Montessorischule ging es auf der Bühne bereits rund: Die Kinder turnten herum, mit ihren schwarzen Ganzkörperanzügen erkannten die Zuschauer nur Gesichter und Hände vor dem ebenfalls schwarzen Hintergrund. Später, bei der Aufführung, waren die Schüler gar nicht mehr zu sehen. Nur die Knochen, die vom Schwarzlicht angestrahlt wurden, leuchteten blau. Im Finstern bewegten die Darsteller das Skelett zur Musik von AC/DC. Das Motto sei "einfach Spaß am Spiel, Spaß am Schwarzlicht" zu haben, erzählte die Pädagogin Christine Lottner, die die Montessorischüler betreute. Und das große Ziel? "So toll wie die Traumfabrik zu werden", sagte Lottner und schmunzelte dazu.

Acht Wochen geübt

Die zwei Montessorischüler Michael und Simon waren "nur ein bisschen aufgeregt". Acht Wochen lang übten sie für "Nachts im Park", gestern war dann der große Tag auf den "Brettern, die die Welt bedeuten". Michael stand zum zweiten Mal auf einer großen Bühne - Premiere hatte er bereits im Kindergarten.

Bei der Darbietung "Der Kaufmann von Schnaittenbach" steckt die Herkunft der Theater-AG bereits im Namen. "Wenn man sie beim Üben mit einbezieht, ist das Arbeiten mit den Kindern überhaupt nicht schwierig", erklärte Lehrerin Sandra Schmidl von der Grund- und Mittelschule Schnaittenbach. "Der Nachwuchs durfte die Texte selbst mitbestimmen und auch Dialekt sprechen, dadurch fiel den Kindern das Proben deutlich leichter." "Es geht nicht um Wettbewerb, sondern um Anerkennung und Entdeckung von Ideen", resümierte Glombitza den Stellenwert des Theatertages. "Ohne den Enthusiasmus und Eifer der Schüler wären wir heute nicht hier versammelt", betonte er. Alle Gruppenleiter erhielten ein Zertifikat und die Bühnendarsteller zum Andenken einen magnetischen Button mit einem Bild des Nabburger Tors.
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