Eine Schippe drauflegen

Gegen Bayreuth teilweise überragend, in Haßfurt zumeist neben den Schlittschuhen: Welches Gesicht zeigen die Amberger Löwen nun in Selb?

Zweifellos wird der ERSC Amberg gegenüber der völlig unnötigen Auswärtsniederlage in Haßfurt am Sonntag, 25. Oktober (18 Uhr), eine gehörige Schippe draufpacken müssen, um die wichtigen Zähler in der Eishockey-Landesliga Gruppe 1 einzufahren. Die Spieler hatten selbst keine Erklärung dafür, warum in Unterfranken so gar nichts klappen wollte - und das zog sich ja beinahe durch die gesamte Mannschaft. Bleibt zu hoffen, dass es nur der oft zitierte "Ausrutscher" war, denn bei der 1b-Vertretung von Oberligaprimus Selb wird die Ponitz-Truppe wahrscheinlich noch wesentlich stärker gefordert.

Viel Erfahrung

Die Wölfe weisen bislang respektable Resultate vor. Abgesehen von der knappen Niederlage in Erding gab es einen Erfolg über die "80er" aus Nürnberg - und beim Liga-Titelkandidaten in Schweinfurt standen die Selber kurz vor einer echten Sensation. Die Oberfranken führten bei den Mighty Dogs schon mit 2:0 (zweimal Ricco Warkus auf Vorlage von Petr Polesny) und bis 52 Sekunden vor dem Ende noch mit 2:1, erst dann glich der Favorit aus und rettete sich ins Penaltyschießen, bei dem er anschließend das glückliche Ende für sich hatte. Wölfe-Trainer Sascha Grögor steht ein ausgeglichener Kader mit etlichen erfahrenen Spielern zur Verfügung, die offenbar jedem Gegner Probleme bereiten können.

Das ist Warnung genug für die ERSC-Löwen, zumal sie ja ohnehin etwas Wiedergutmachung betreiben wollen. Das erwartet auch Trainer Stefan Ponitz von seiner Mannschaft, der eine gewisse Unkonzentriertheit schon im Schlussdrittel beim überzeugenden 11:3 gegen Bayreuth erkannt und angemahnt hatte. Im Amberger Lager hofft man darauf, dass die letzten Nachwehen der Erkältungswelle vorüber sind und der komplette Kader zur Verfügung steht.

Hängepartie um Hampl

Dazu sollte auch Andreas Hampl gehören, wenn es nach den Löwenverantwortlichen geht. Der 24-jährige Deutsch-Tscheche spielte in seinem Geburtsland für Sokolov und Karlovy Vary, beim EV Weiden dann mit gutem Erfolg im Nachwuchs und der Herrenmannschaft (Bayernliga), daneben auch in Mitterteich und zuletzt Bad Kissingen. Die Kurstädter verweigern bislang die Aushändigung des Passes an Amberg. Die vom Verband geforderte - schon einmal verlängerte - Erklärungsfrist der Kissinger läuft in dieser Woche endgültig ab. Hampl ist ein technisch starker Angreifer, der auch defensiv seine Vorzüge hat und bei den Löwen bereits gut integriert wurde. Ob mit oder ohne ihn - für den ERSC sind die Punkte enorm wichtig.
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