Einigkeit über die Ausrichtung des Bundesverbandes
Als Anschieber viel bewegt

Sie können für sich in Anspruch nehmen, als Verein ein Stück weit Gesundheits- und Sozialpolitik zu schreiben (von links): Schatzmeister Horst Bolle, stellvertretende Vorsitzende Ursula Rau, Schriftführer Jürgen Moratz, Bundesvorsitzender Armin Nentwig, Cilly Marek, Maria und Johann Peter Miller, Annegret Neulinger, Dr. Matthias Schaupp, Annelies Sittner, Holger, Benno und Gerlinde Stegmann sowie Hannelore und Johann Leinmüller. Bild: gf

Die internen Gegner sind abgetaucht, Armin Nentwig führt den Bundesverband Schädel-Hirnpatienten in Not mit ruhiger Hand. Das ist heilsam für alle Beteiligten.

Amberg. (gfr) Heftige Diskussionen bei der Mitgliederversammlung des Vereins Schädel-Hirnpatienten in Not gehören der Vergangenheit an. Am Samstag herrschte im König-Rupprecht-Saal des Landratsamtes Einigkeit über die Ausrichtung des Vereins sowie dessen Finanzen.

Bundesvorsitzender Armin Nentwig nutzte das Jubiläum des 25-jährigen Bestehens dazu, Mitstreitern der ersten Stunde für deren jahrelange Vereinstreue zu danken. Seinen Rechenschaftsbericht beschränkte er nicht nur auf das abgelaufene Geschäftsjahr, sondern er erinnerte auch daran, wie er 1988 nach einem schweren Unfall seines schwerstbehinderten Sohnes Wolfgang ganz Deutschland nach einem Krankenbett habe absuchen müssen.

Das habe den Anstoß gegeben, den Verein Schädel-Hirnpatienten in Not zu gründen. Angeschlossen seien inzwischen gut 80 regionale Verbandsgruppen, verteilt über ganz Deutschland. So könne auch vor Ort eine kompetente Beratung für Wachkomapatienten und deren Angehörige gewährleistet werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr trat laut Nentwig der Verein mit zehn Info-Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet auf, in vier Vorstandssitzungen wurde die Vereinsarbeit vorbereitet und das Engagement der Regionalgruppen koordiniert. Der Bundesvorsitzende sprach vom "Jahrhundert der Neurologie" und einem Fortschreiten der Forschung. Dennoch sieht er erst 20 bis 30 Prozent dessen erforscht habe, was nötig sei. Einige Milliarden Euro seien bewegt worden und es stünden nun gut 3000 Betten in Krankenhäusern für Wachkomapatienten zur Verfügung.

Dennoch bleibe die Gefahr, nach einer Reha in die Sozialhilfe abzustürzen, weil Krankenkassen Zahlungen verweigern würden. Das müsse durch den Aufbau neuer Wohn-, Lebens- und Therapieformen verhindert werden, um ehemaligen Wachkomapatienten ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Das Treffen der "Wiedererwachten" im vergangenen Jahr am Schliersee charakterisierte Nentwig als eine beeindruckende Veranstaltung. Heuer seien Berlin das Ziel und ein Besuch im Deutschen Bundestag geplant. Die frühere Bundesgesundheitsministerin und jetzige Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt, habe die Schirmherrschaft schon zugesagt. (Im Blickpunkt)
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