Eiswürfel fast schon Luxusgut

Das Fach mit den Eiswürfeln sollte eigentlich bis oben hin gefüllt sein. Ist es draußen heiß, muss die Maschine laut Sabine Ingendorf aber über Nacht abkühlen. Und das, was tagsüber produziert wird, "reicht hinten und vorne nicht aus", um im Café an der Marienstraße alle Erfrischungswünsche der Gäste erfüllen zu können. Bild: Hartl

Was für ein Wetter! Schon um 11 Uhr hat's mehr als 30 Grad. Da hilft nur eine Abkühlung. Ein kalter Eistee zum Beispiel. Das mit dem Tee klappt. Aber das Eis? In Würfelform ist es heiß begehrt und in der Stadt Mangelware. Für Sabine Ingendorf ist das ein Problem. Ein großes sogar.

Amberg. (tk) Die Chefin der Beanery will sich nicht darauf verlassen, die Eiswürfel im Supermarkt oder in der Tankstelle kaufen zu müssen - viel zu aufwendig und auf Dauer auch zu teuer. Die 48-Jährige hat vorgesorgt und für ihr Café zwei Eiswürfelmaschinen angeschafft. Die große produziert täglich ziemlich genau 48 Kilogramm der kühlenden Stückchen, die kleinere Variante die Hälfte. "Das reicht normalerweise locker", sagt die Weidenerin, die sich in diesen tropischen Tagen auf der Suche nach Eiswürfeln die Finger wund telefoniert. Denn die Geräte schaffen bei der Hitze nicht mal die Hälfte der erforderlichen Menge. Deutlich weniger Eis aus eigener Produktion, dafür aber zeitgleich das gesteigerte Interesse der Kunden, sich zu erfrischen.

"48 Kilo würden locker reichen, aber die Maschine schafft's nicht", bedauert Ingendorf, die nach unzähligen Versuchen dann doch noch fündig geworden ist: "Gestern war nur der Großhandel eine Chance." Doch da kommt Otto Normalverbraucher gar nicht rein. Wie schwer es ist, sich als Privatmann mit Eiswürfeln einzudecken, brachte die Amberger Zeitung im Selbstversuch in Erfahrung. Und tatsächlich: Von zehn Tankstellen, Supermärkten, Discountern und Getränkemärkten hatten nur drei die begehrte Ware vorrätig - und nur ein Laden hatte so viele Eiswürfel in der Kühltruhe, um als Café-Betreiber für mehr als einen Tag über die Runden zu kommen.

Doch zu diesem Zeitpunkt dauerte die Suche nach dem in Form gebrachten gefrorenen Wasser schon etwas mehr als eineinhalb Stunden. Zeit, die Sabine Ingendorf nicht hat, wenn die durstigen Kunden an der Theke stehen. Aber die Gastronomin hat vorgesorgt und nutzt ihre Verbindung in einen großen Amberger Einkaufsmarkt: "Die rufen mich an, wenn sie wieder was vorrätig haben."
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