Elektroflitzer rasen ganz leise

Das sind die Klassensieger, die auf dem Mini-Speedway in Atzlricht allen davonflitzten (hintere Reihe, von links): Dietmar Drost, Matthias Kotte, Patrick Bodendorfer, Marcel Mielke, Ernst Utz, 2. MRSC-Vorsitzender und Rennleiter Markus Wittmann. Vorne: Klaus Waldmann, Christian Donath, Lucas Mühl und Nico Kühn. Bild: gf

Die Motoren sind klein, aber durchaus laut. Das trifft zumindest auf die Benzinvarianten der Minicars zu, die ordentlich Krach machen können. Jetzt aber war es bei einem Rennen auf dem Speedway in Atzlricht erstaunlich leise. Der Grund: Es gingen Elektroflitzer an den Start.

Seit 24 Jahren schreibt Tamiya, der weltweit größte Hersteller von Modellrennwagen, den gleichnamigen Euro-Cup aus, für den in Deutschland viele Hallen- und Outdoor-Rennen gewertet werden. Wer in den entscheidenden Läufen schnell genug ist, kann sich fürs Finale im Herbst qualifizieren. Der Euro-Cup sieht sich als Markenpokal und will laut Presseinfo Meisterschaften der Modellrennsportdachverbände keine Konkurrenz machen.

Großes Starterfeld

Rennsportveranstaltungen des MRSC Amberg werden schon seit einigen Jahren zum Tamiya-Euro-Cup gewertet, entsprechend groß ist das Starterfeld, das sich auf dem Mini-Speedway bei Atzlricht wertvolle Punkte sichern will. Die für die Rennen gemeldeten Fahrzeuge müssen den technischen Bestimmungen des Tamiya-Reglements entsprechen und starten in den Klassen M-Chassis, F-104, Euro-TW, Top-Stock, Euro-GT und Gentleman. Die F-104-Flitzer ähneln den Formel-1-Boliden; Euro-GT ist die Klasse der Tuner und Bastler. Die Fahrzeuge der anderen Klassen entsprechen dem Aussehen der in der Tourenwagen-Meisterschaft eingesetzten Serienfahrzeuge. Etwas gemächlicher geht es in der Klasse Gentleman zu, die Fahrer sind über 40 und haben oft das Nachsehen gegenüber ihrem Rennnachwuchs.

Absolut leise lief das jüngste Rennen auf dem Mini-Speedway, denn gefahren wurde ausschließlich mit Elektromotoren, die nur vom Schnurren der Schaumstoffpneus übertönt wurden. Viele Geraden hat die kurvenreiche Rennstrecke bei Atzlricht nicht, aber trotzdem schaffen die Flitzer Spitzengeschwindigkeiten bis zu 70 km/h. Beim freien Training konnten die Strecke und die idealen Gummimischungen getestet werden. Nach jedem Test- oder Trainingslauf musste der Akku an die "Stromtankstelle" zum Nachladen.

Drei Läufe zum Finale

Jedem Fahrzeug wird vom MRSC ein Transponder zugeordnet, der beim Überfahren der Induktionsschleife im Start-Ziel-Bereich einen Impuls für die computergesteuerte Rundenzählung und Zeitnahme auslöst. Die knapp 70 Starter mussten sich über fünf Vorläufe, bei denen binnen fünf Minuten möglichst viele Runden gefahren werden sollten, hocharbeiten, wobei jeweils die besten zwei zählten. Drei Finalläufe gab es dann, wieder über jeweils fünf Minuten, von denen die zwei besten für die Endwertung zählten. Von den MRSC-Fahrern konnte nur Nico Kühn mithalten, der in der Klasse Top-Stock den zweiten Platz belegte.
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